Freitag, 26. August 2016

Review: Inquisition - Bloodshed Across the Empyrean Altar Beyond the Celestial Zenith (LP-Boxset, Season of Mist - 2016)

Nach gut drei Jahren folgt mit "Bloodshed Across the Empyrean Altar Beyond the Celestial Zenith" nun endlich der Nachfolger von INQUISITION's Meisterstück "Obscure Verses for The Multiverse". Die Erwartungshaltung war nicht zuletzt deshalb enorm hoch geschraubt. Gleichzeitig stellt das Album auch die zweite Arbeit der beiden Mannen unter dem Banner von Season of Mist dar. Ja, INQUISITION sind als Band längst im Kommerz angekommen, aber bis dahin war es auch ein langer Weg, den sich die Band im Alleingang erarbeitet hat - ob man das nun gut findet oder anerkennt, muss jeder selbst entscheiden...



soll hier jetzt aber auch keine Rolle spielen. Immerhin ist dem Duo noch eine gewisse Exklusivität und Limitierung wichtig, zumindest was ihre Vinyl-Auflagen anbelangt, was unter der Tatsache, dass die Band mittlerweile sehr bekannt ist, einer glatten Huldigung an ihre Underground-Zeit darstellt. Mit dem hier besprochenen Album liegt auch mittlerweile das siebente von den Protagonisten Dagon und Incubus vor.

Zur Aufmachung:
Der Rezension zu Grunde liegt eines der beiden limitierten Box-Sets, die es einmal in einer gebundenen Hülle aus Ziegen- und einmal aus Kuhleder gibt. Da ich beim Vorgänger auch nur die Muh-Kuh-Variante abstauben konnte, entschied ich mich auch bei dieser Vorbestellung für die Box aus dem Wiederkäuer-Vieh. Die beiden LPs kommen im clear vinyl, dazu gibt es noch ein (schickes und exklusives) Shirt, die CD-Version des Albums im Digipak mit zwei Bonus-Liedern (wovon eines auch auf der LP-Variante enthalten ist), sowie einen Flaschenöffner mit gestanztem Logo. Prost & skoll!

Zur Musik:
Nun, ich persönlich zähle "Obscure Verses for The Multiverse" zu einem der besten Werke der Band, seitdem sie dem Schwarzmetall frönen. Das kann doch eigentlich kaum noch getoppt werden... oder etwa doch? Im Falle dieses direkten Nachfolgers muss ich (leider) sagen: Ganz klares "Nein"! "Bloodshed Across the Empyrean Altar Beyond the Celestial Zenith" (allein dieser Titel ist eine Hymne) ist zwar weit davon entfernt, ein schlechtes Album zu sein, aber im direkten Vergleich mit seinem Vorgänger hat das Album schlichtweg zu wenig zu bieten. So bekommt man gleich dem nach dem Intro zwar gleich den vertrauten ureigenen Stil der Band um die Ohren in Form von "From Chaos They Came", den man seit dem "Omnious Doctrines of the Perpetual Mystical Macrocosm" gewohnt ist, aber so wirklich zünden möchte das luziferisch-erhabene, einem Sturm gleichen Gemetzel nicht so wirklich bei mir. Auch könnte man hier und da den Eindruck gewinnen, dass INQUISITION sich wiederholen und bereits bekannte Melodien alter Songs verwenden. Den Eindruck hatte zumindest ich ein paar Mal während des Hörens. Überzeugen kann die Band aber nach wie vor im Umgang mit ihren Instrumenten und der Melodieführung. Da wird einfach alles gnadenlos niedergestreckt, und gleichzeitig zaubert man eine Hymne nach der anderen hervor. So wirklich überzeugen können INQUISITION dann auch in eben solchen majestätischen Momenten, in denen ihre Musik fast schon epische Ausmaße annimmt wie bei "Vorte From the Celestial Flying Throne of Storms", "The Flames of Infinite Blackness Before Creation", "Mystical Blood" oder bei Titelsong. Interessant mutet auch der Song "A Black Aeon Shall Cleanse" an, der in Sachen Gitarrenarbeit pasagenweise an die glanzvollen Zeiten erinnert, als INQUISITION noch INQUISICIÓN hieß und gerade dabei war, eine große Nummer im chilenischen Blackened Thrash-Underground zu werden. Insgesamt bietet das Album 12 Lieder, 14 mit den Bonus-Songs. Der zweite stellt mit "Once Upon a Time" eine Cover-Version der alten Kult-Horde TYPHON aus Kolumbien dar. Bewusst primitiv und etwas dumpfer aufgenommen, fängt dieser Song genau die Essenz des Originals ein, ohne es 1:1 zu kopieren, der Gesang von Mastermind Dagon besorgt den Rest.

Fazit:
Das neue Album der inzwischen in Amiland beheimateten Band hat meine Erwartungen leider nicht gänzlich erfüllt. Die waren nach dem Vorgänger aber wohl auch enorm hoch gesteckt. Trotzdem handelt es sich bei "Bloodshed..." keineswegs um ein schlechtes oder gar durchschnittliches Album - ganz im Gegenteil zeigt es einmal mehr auf, welch' wunderbare und tiefgründige Musik man nur als Duo zu erschaffen imstande ist. Wer den Vorgänger noch nicht kennen sollte, wäre also auch besser beraten, erst einmal dieses Album hier zu hören. Das hier besprochene Box-Set ist limitiert auf 333 hand-nummerierte Exemplare. Neben den beiden Box-Set-Variaten gibt's das Album auch als CD im Jewelcase und Digibox und als reguläre DLP. Zu beziehen sind alle Formate über Season of Mist, oder aber ihr besorgt sie euch über den normalen Einzel-"Fach"handel - wobei eine direkte Label- und Band-Unterstützung natürlich immer zu bevorzugen ist.

Black Metal auf gewohnt hohem Niveau, welcher hier von der Band präsentiert wird. Im direkten Vergleich zum drei Jahre alten Vorgänger schwächelt das Album allerdings merklich.


Darbietungen:
A-01. Intro: The Force Before Darkness
A-02. From Chaos They Came
A-03. Wings of Anu
B-04. Vortex From the Celestial Flying Throne of Storms
B-05. A Black Aeon Shall Cleanse
B-06. The Flames of Infinite Blackness Before Creation
C-07. Mystical Blood
C-08. Through the Divine Spirit of Satan a Glorious Universe Is Known
C-09. Bloodshed Across the Empyrean Altar Beyond the Celestial Zenith
D-10. Power From the Center of the Cosmic Black Spiral
D-11. A Magnificent Crypt of Stars
D-12. Outro: The Invocation of the Absolute, the All, the Satan
D-13. Coda: Hymn to the Cosmic Zenith

Laufzeit: ca. 56 Minuten

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