Mittwoch, 3. August 2016

Review: Allaxull - Evangelio de Brujos (Digitales Album, Sepulchral Silence - 2016)

Neues Futter aus Mexiko. Gegründet wurde ALLAXULL bereits im Jahr 1999 und gehört damit wohl zum älteren Kreis der dortigen Bands, jedenfalls was Black Metal anbelangt. Das hier vorliegende Debüt-Album, welches auf eine veröffentlichte Demo aus dem Jahr 2002 folgte, stammt bereits aus 2015 und wurde von der Band in Eigenregie unter das Volk gebracht. Nun folgte im Juli die digitale Auswertung durch das Underground-Label Sepulchral Silence aus dem vereinten Königreich...




Gut, bei mexikanischem Schwarzmetall bin ich ja von Natur aus immer etwas vorsichtiger, und auch das Intro verhofft zunächst nichts gutes und weckt in mir gleich Assoziationen zu dem unglaublich schlechten Werk des Ungarn PRINCEPS DAEMONUM, was ich mir vor einer ganzen Weile einmal reinschrauben musste... (zu lesen hier). Also Augen zu und durch... doch halt stopp: was auf das Intro folgt ist dann ja doch gar nicht einmal so verkehrt! Klar, der Titelsong ist rau wie Scheiße, aber ist in dem was er macht, ziemlich gut. Der Rhythmus stimmt, auch das Zusammenspiel der Instrumente ist, wenn auch auf eine chaotische Art und Weise, als passend zu bezeichnen. Es gibt sogar dominante Keyboard-Passagen, die allerdings nicht in größere Geplänkel ausarten und so einen wohligen Mid-90ies Flair ins Geschehen bringen. Diese lassen sich im übrigen auch in weiteren Liedern des Albums ausmachen, was das Ganze zu einer recht soliden Gradwanderung zwischen Chaos, Räudigkeit, Schwärze und Melodie werden lässt. Bei aller Old School-Atmosphäre schaffen es ALLAXULL sogar ein wenig Eigenständigkeit in "Evangelio de Brujos" zu bringen, was gerade der Spielfreudigkeit der Gitarren geschuldet ist - wenn sich das aber auch in Grenzen hält.

Fazit:
Ein recht solides Debüt-Album und ein Beispiel für guten Black Metal aus Mexiko, welches ich jedem Old School-Maniac nur ans Herz legen kann. Professionellen Sound und ausgefeilte Harmonien sollte man hier allerdings nicht erwarten - somit richtet sich das Werk auch deutlich an die Jünger des kernigen und ursprünglichen Black Metal, der ohne viel Drumherum daher kommt, dafür aber eine satanisch-stolze und okkulte Atmosphäre bietet. Das digitale Album erschien im Juni diesen Jahres unter dem Banner von Sepulchral Silence und kann unter dem Bandcamp-Portal des Labels umgerechnet 4 Euronnen und 3 Cent erstanden werden. Die auf 500 Exemplare limitierte CD, die wohl auch noch einen zusätzliches Lied enthält, erhält man meinen Recherchen nach exklusiv über die Band, für Interessenten aus Deutschland daher wohl auch eher nicht sonderlich attraktiv. Alle, die den Kontakt trotzdem nicht scheuen, sollten der Truppe einmal auf Visagenbuch einen Besuch abstatten und nach der CD fragen.

"Evangelio de Brujos" - das Evangelium der Hexenmeister ist genau das. Neun Preisungen an die Hölle. Heil dem Gehörnten!


Darbietungen:
01. Introducción al ocultismo
02. Evangelio de brujos
03. Satanismo, locura y profanación
04. Ascenso del infierno
05. El último ángel
06. Cruzando el aqueronte
07. Ídem de Destrucción
08. Goecia
09. Noveno círculo


Laufzeit: ca. 44 Minuten

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