Montag, 29. August 2016

Preview/Review: Ordo Obsidium - A Crooked Path to Desolation (CD, Eisenwald - 2016)

"Orbis Tertius" nannte sich anno 2011 das Debüt-Werk der Funeral Doom/Black Metaller aus Amiland, welches ich damals ziemlich begeisternd aufgenommen hatte. Den gleichen Effekt erzielt es auch heute noch bei mir, wenngleich es inzwischen etwas länger her ist, seitdem ich es das letzte Mal hörte. Aber die drei Herren machen bei weitem keine Musik, die man sich immer zu Gemüte führen kann, sondern eher in diesen dunklen und speziellen Momenten, in denen man sich einfach nur fallen lassen möchte...





Davon zeugt auch gleich zu Beginn "A Crooked Path to Desolation", das zweite Werk von ORDO OBSIDIUM, welches ursprünglich bereits im Jahr 2013 veröffentlicht wurde - allerdings nur als Download via Bandcamp. Auf Grund eines Todesfalles verzögerte sich dann auch der eigentliche Termin für die Veröffentlichung einer CD und einer LP, welche beide erst in diesem Jahr Ende September stattfinden werden. Das Album bietet acht Lieder, die allerdings auch keine großartigen Überlängen aufweisen, wodurch allein schon garantiert sein dürfte, dass hier kaum Langeweile aufkommt. Auch präsentiert man sich hier wie bereits auf dem Erstlingswerk mehr dem Black Metal zugewandt, der einmal etwas schneller, einmal etwas langsamer, und oft sehr hymnisch dargeboten wird. Der Funeral Doom scheint da eher passagenweise durch, in düster-zitierten End- oder Zwischenphasen der Songs, in denen er aber auch nicht unpassend oder gar uninspiriert klingt. Auch der Gesang ist eher dem Funeral Doom zugetan, bietet vielmehr einen heiseren und tiefen Gröllgesang als Schreie, die ab und an aber auch schon einmal anklingen ("The Warping Palace"). Von den Instrumenten her ist dies aber wie schon erwähnt, eher dem Black Metal zuzuordnen. So wirklich doomig wird es da noch einmal mit dem letzten Lied "Doom Herald", welches in seinen knapp acht Minuten eher klassisch langsame Doom-Passagen beherbergt und nur selten schnellere Gefilde betritt.

Fazit:
Das zweite Album der Amis von ORDO OBSIDIUM ist nicht weniger großartig, wie ihr Debüt-Werk. Die Herangehensweise ist etwas anders, geht aber nicht so weit, dass man hier von einem Stilbruch sprechen müsste, denn das hier ist immer noch eindeutig die selbe Band und immer noch Funeral Doom / Black Metal, der genau die richtige Mixtur aus beiden Genres bietet. Nichts wirkt hier aufgesetzt, uninspiriert oder leichtfertig dahingerotzt - "A Crooked Path to Desolation" ist durchdacht und gut arrangiert, wie es bei "Orbis Tertius" auch schon der Fall war. Ein Gemälde voller Chaos, Tod und Leid, an welchem nur diejenigen ihre Freude haben werden, die mit morbider Kunst etwas anzufangen wissen. Das Album erscheint in seiner physischen Form am 30. September über die deutsche Tonschmiede Eisenwald, Interessenten sollten sich also direkt an das Label wenden.

Ein besonderes Werk wie schon sein Vorgänger... Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Ominous Clouds at the Deadland Approach
02. A Crooked Path to Desolation
03. Nightbird's Song
04. Dire Monument
05. The Warping Palace
06. Morose Delectation
07. Breath of Eternal Night
08. Doom Herald


Laufzeit: ca. 38 Minuten

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