Dienstag, 23. August 2016

Nostalgie-Review: Swartalf - Candles Burning Blue (CD, Memento Mori - 1996)

Zur Abwechslung mal wieder etwas älteres... "Candles Burning Blue", das Debüt des mysteriösen Projekts SWARTALF stammt aus dem Jahr 1996 und hat dementsprechend auch schon 20 Jahre auf dem Buckel. Über die Herkunft des Projekts und die Beteiligten rankten sich in der Vergangenheit viele Mythen und es existierten einige Gerüchte, dass SWARTALF das Erzeugnis der Zusammenarbeit von verschiedenen bekannten Musikern aus der Black Metal-Szene darstellt, was sich im Nachhinein nicht bestätigte. Erst 2015 kam dann heraus, dass es sich um ein Solo-Projekt eines niederländischen Musikers handelt.



Wie dem auch sei... auch wenn die Person hinter der Musik so rein gar nichts mit der Black Metal-Szene zu tun hat und auch nie hatte, wie es etwa bei MORTIIS der Fall gewesen ist, der auf seinen ersten Solo-Werken einen ganz ähnlichen Stil zelebrierte. SWARTALF's "Candles Burning Blue" ist jedoch weit mehr als ein Trittbrettfahrer des Dungeon-Synth-Sounds, wie ihn MORTIIS kreiirte und auch prägte, sondern vermischt die Dark Ambient / Dungeon Music mit schwarzmetallisch anmutenden Klängen wie Gitarren oder auch spirituellen oder gar operettenhaften Gesängen. Auch klingen hier und da einige Passagen heraus, die an unheimliche Soundtracks erinnern und dem Ganzen noch einmal zusätzlich eine geisterhafte Atmosphäre verleihen. Auch merkt man den starken Einfluss von Gothic und Dark Wave in der Musik, was wohl daran liegen dürfte, dass der Protagonist hauptsächlich in der Industrial-Band PHALLUS DEI aktiv ist.

Die CD lässt sich im Netz eigentlich noch problemlos auftreiben, in der Regel sogar zu äußerst erschwinglichen Preisen. Einen sonderlichen Kult-Status scheint das Projekt nie erreicht zu haben, ganz im Gegenteil scheint das Projekt mit ihren beiden Alben (neben dem hier vorliegenden Debüt wurde noch eine CD namens "Golden Section" im Jahr 2000 veröffentlicht, diese kenne ich jedoch nicht) beinahe in Vergessenheit geraten zu sein. Unverdienter Maßen, wie ich jedoch finde, da zumindest "Candles Burning Blue" ein hervorragendes Beispiel für atmosphärischen Dungeon Synth / Instrustrial / Dark Ambient ist, wenn einigen hier auch etwas Abwechslung fehlen dürfte. Alle, die mit solchen Sachen wie PAZUZU aus Österreich, alten MORTIIS, PENITENT oder auch SOPOR AETERNUS etwas anzufangen wissen, sollten hier unbedingt einmal reinhören.


01. Invocation
02. Nervengeist
03. The Shadow Gods
04. Leviathan Rising
05. Tears On Shutters
06. The Heart


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