Sonntag, 10. Juli 2016

Review: Weltfremd - Zwei (Digitales Album - 2016)

WELTFREMD nennt sich ein Projekt aus Eisenach in Thüringen, welches aus zwei Leuten besteht. "Zwei" stellt nun, wie der Name schon verraten lässt, das zweite Werk neben dem 2014 veröffentlichten "Eins" dar. Genau wie das Debüt enthält es zwei (überlange) Lieder in einem erfrischend post-modernen Stil, der nicht nur interessant klingt, sondern auch viele Emotionen bietet...







So begehren die beiden Protagonisten von WELTFREMD mit einem rasanten Mix aus atmosphärischem Doom, etwas Drone und Post-Black Metal auf. So klingt das Ganze insgesamt genauso wie man sich das vorstellt: depressiv, manisch, gleichzeitig auch trist und melancholisch tiefsinnig. Musikalisch lassen sich evtl. Vergleiche mit dem Österreicher KARG, den Deutschen FÄULNIS oder auch HERETOIR anstellen. Die Musik weist ergo mehrere Facetten auf und fängt unterschiedlichste Stimmungen ein. Es gibt akustische Momente mit A cappella als auch mitreißende Post-Black Metal-Einschübe, die einen unweigerlich in einen Strudel aus Depression, Angst und Schmerz zieht. Dominierend ist jedoch der Doom/Drone, der gerade in den ausschweifenden instrumentalen Passagen zum tragen kommt. Auch gelegentliche Streicher lassen sich ausmachen, was dem ganzen beinahe eine Atmosphäre ála EMPYRIUM verleiht. Die beiden Lieder gehen im übrigen direkt in einander über, was das Gesamtwerk nochmals etwas stimmiger erscheinen lässt.

Fazit:
Ein interessantes, weil einfach anderes Werk. Experimentell eher weniger, da es ja inzwischen doch einige paar mehr Bands gibt, die diesen modernen Mix zelebrieren. Das hat im Ganzen vielleicht nicht gerade mehr viel bis gar nichts mehr mit Black Metal zu tun, trotzdem sollten Leute, die ihren Geist auch vor solchen genre-fremden Einflüssen nicht verschließen, auf jeden Fall einmal beide Ohren riskieren. Genau so wie Menschen, die sich gerne auf eine emotionale und musikalische Reise begeben. Das Werk gibt es, im übrigen genau wie das erste auch, zum herunterladen auf der Bandcamp-Seite des Duos, mit Pay-What-You-Want-Funktion. Nach wie vor bin ich persönlich ja nicht bereit, für digitale Aufnahmen zu zahlen - sollten die beiden EP aber mal auf ein physisches Format gebannt werden, bin ich auf jeden Fall dabei.

Gelungener Mix aus atmosphärischem Doom und Post-Black Metal. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Blut und Wasser
02. In Vergessenheit

Laufzeit: ca. 22 Minuten

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