Sonntag, 24. Juli 2016

Review: ColdWorld - Autumn (CD, Cold Dimensions - 2016)

Lange hat man drauf warten müssen: ganze acht Jahre ist es her, seitdem das letzte Album des Soloprojektes C'OLDWORLD, "Melancholie²" veröffentlicht wurde. Nun erschien also endlich der Nachfolger "Autumn" vor einer Weile und wurde, wie gesagt auch bereits sehnsüchtig von vielen herbeigesehnt. Ob und in wie weit sich das Warten auf die Scheibe gelohnt hat, lest ihr nun...







Es war um den Dreh 2005, da ein bis dato völlig unbekanntes und junges Ein-Mann-Projekt namens ColdWorld ihre erste EP veröffentlichte. Der Titel: "TheStarsAreDeadNow". Von einigen (vor-)schnell als bloßer VINTERRIKET-Klon abgestempelt, erlang das Debüt-Werk der Ein-Mann-Band aus Thüringen schnell einen ziemlichen Bekanntheitsgrad. Diese Mischung aus rauem, aber atmosphärischem Black Metal gepaart mit tristen Ambient-Klängen und einem Hauch von Klassik gefiel und konnte auf Anhieb überzeugen. Das in Eigenregie veröffentlichte und eigentlich auch recht limitierte Werk war da auch relativ schnell vergriffen und wurde über die Jahre immer wieder in mehr oder weniger kleinen Auflagen und in verschiedenen Formaten wieder-veröffentlicht, u.a. von Ancient Dreams (als Pro-CDr/CDr), Deviant Records (erste Vinyl-Auflage) und von Wolfsgrimm Records (als CD und zweite und endgültige Vinyl-Auflage), für Japan gab es auch noch eine CD-Pressung. Im Jahr 2008 veröffentlichte man das Opus "Melancholie²", welches den Stil von "TheStarsAreDeadNow" erneut aufgriff und um einige Details und Facetten erweiterte und verfeinerte. So viel einmal zur Vorgeschichte...

"Autumn" ist nun das zweite Voll-Album und setzt eigentlich genau dort an, wo der Vorgänger endete. Eine sehr atmosphärische Mixtur aus Dark Ambient, Dark Metal und rauem Black Metal mit Einflüssen aus dem Jazz, der Klassik und naturverbundenem Neo Folk. Gekrächzten typischen Schwarzmetall-Gesang gibt es hier ebenso zu vernehmen wie auch epischen Klargesang und in "Void" gibt es sogar weibliche Gesangs-Parts zu vernehmen. Die Gefühle, die mit dem Herbst einhergehen, wurden hier grandios eingefangen und vertont, man kann es einfach nicht anders sagen. Die Atmosphäre des Albums kommt einer träumerischen Trance gleich, einem Zustand, der sich irgendwo zwischen gewollter Einsamkeit, Sehnsucht, Trauer, Verfall und Verzweiflung verbirgt. So ist es nicht weiter verwunderlich, wenn Lieder wie "Womb of Emptiness" auch eindeutige Parallelen zum Gothic aufweisen oder "Climax of Sorrow" dermaßen verzweifelt in seiner stimmlichen Darbietung klingt und gleichzeitig durch den Einsatz von Ambient und (Chor-)Samples wundervoll hymnisch und erhaben erklingt, dass der gesamte Song einem vertonten Todeswunsch gleichkommt.

Fazit:
"Autumn" ist weit davon entfernt ein Album des Genres DSBM zu sein, so viel sollte klar sein. Es ist allerdings auch ein sehr gefühlvolles, sentimentales Werk, welches gerade aus diesem Grund auch nicht jedermann zugänglich sein wird und wahrscheinlich auch nicht jeden Geschmack zufrieden stellen wird. "Autumn" mutet sehr persönlich und tiefgreifend an, und sollte daher auch mit einer gewissen Achtungsbezeigung und einem gewissen Respekt gehört werden und stellt somit definitiv kein Album 'für mal eben zwischendurch' dar. "Autumn" erschien einmal mehr auf dem noch relativ kleinem, aber feinen Label Cold Dimensions, die das Werk in verschiedenen Formaten veröffentlichten: so gibt es neben der normalen CD im Jewelcase auch eine auf 300 Stück limitierte CD-Edition im gauen Lederbuch mit schwarzem Druck, sowie eine DLP-Edition. Interessenten wenden sich für eine Bestellung an den Grau Mailorder.

Wenn Musik zur Kunst wird... ColdWorld ist zurück, und das emotional stärker als je zuvor. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Scars
02. Void
03. Womb of Emptiness
04. Autumn Shades
05. The Wind and the Leaves
06. Climax of Sorrow
07. Nightfall
08. Escape II

Laufzeit: ca. 52 Minuten

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