Sonntag, 31. Juli 2016

Vorab-Review: Mornië Utulië & Darlament Norvadian - Atmospheric Black Metal Split (CD, Wolfmond Production - 2016)

Was zum... nach der Betrachtung des Covers musste ich erst einmal unweigerlich an Space Ambient oder Space Black Metal (oder wie es sonst noch heißt) denken. Tatsächlich verbirgt sich hier aber genau das, was auch drauf steht: atmosphärischer Black Metal zweier Underground-Bands.









Den Anfang macht dabei das polnische Ein-Mann-Kommando MORNIË UTÚLIË. Das ist wohl elbisch und bedeutet soviel wie "die Dunkelheit ist hereingebrochen". Und wieder ein Black Metal-Projekt, was sich von Tolkien's Werk inspiriert hat. Musikalisch gibt man sich zunächst etwas zahnlos und ruhig. "Endeavoring To The Unknown" steigert sich dann aber noch zu einem eher depressiveren Black Metal-Song, der im gemächlicheren Midtempo angesiedelt ist. Trotz seiner über sechs Minuten Spielzeit wird er nicht wirklich langweilig, stellt aber auch nichts Großartiges dar, was man nicht schon einmal so ähnlich gehört hätte. Aber das Stück besitzt eindeutig Atmosphäre und eignet sich daher auch super für eine Hörprobe. Die restlichen beiden Lieder sind in meinen Augen leider nicht mehr so gut, beim zweiten nervt mich der Gesang enorm, da hier mit zusätzlichen Effekten gearbeitet wurde, was so überhaupt keinen positiven Effekt hat. Das dritte und letzte Stück ist instrumental gehalten und ist sehr Ambient-lastig ausgefallen. Ebenfalls kein Meisterwerk.

Kommen wir zu DARLAMENT NORVADIAN aus El Salvador, die die letzten drei Lieder zu dieser Split beisteuern. Die Band, deren 2015er EP "Days of Suicide" ebenfalls in diesem Jahr durch Wolfmond wieder-veröffentlicht wurde, konnte mich ja damals schon überzeugen. Geboten werden hier allerdings nur zwei wirkliche Stücke, da das erste lediglich als Intro in Form eines Klavierspiels dient. "Cosmica Eternidad" entschädigt dann aber voll und ganz: schnörkelloser Underground Black Metal, der zwischen Depression und Hass hin und her pendelt und so wieder einmal ein paar Parallelen zu den Arbeiten von NARGAROTH aufweist. Das ist also zwar nichts wirklich neues, dafür aber verdammt effektiv. Eine Spur schneller präsentiert sich dann auch der Rausschmeißer "Forgotten Legion", der eine regelrecht hymnisch-erhabene Atmosphäre bietet und mit ein paar netten Details aufwartet.

Fazit:
MORNIË UTÚLIË werden wohl eher die Space Ambient Black Metal Fraktion ansprechen. Anhänger solcher Gruppen wie DARKSPACE oder auch SIEGHETNAR können hier getrost mal ein oder zwei Ohren riskieren. DARLAMENT NORVADIAN wenden sich mit ihrer Musik aber klar an die Anhänger des ursprünglicheren Atmospheric Black Metals. Musikalisch irgendwo zwischen NOCTURNAL DEPRESSION, NARGAROTH und dergleichen angesiedelt, können die zwei eigentlichen Lieder der fünf Mannen durchaus überzeugen. Ich hoffe ja immer noch, dass Wolfmond auch mal das Album der Herren auf CD veröffentlicht, da es bisher nur auf Tape zu haben ist. Diese Split hier wird in nächster Zeit jedenfalls bei der deutschen Schmiede erscheinen. Einfach mal die Augen nach offen halten.

Zwei Bands, zwei verschiedene Stile. Bei solch' einer Split ist es immer schwer, eine wirkliche Empfehlung auszusprechen. Aber allein um DARLAMENT NORVADIAN zu unterstützen, sollte man einen Kauf in Erwägung ziehen!


Darbietungen:
Mornië Utúlië
01. Endeavoring To The Unknown
02. Poswiata Plonacej Duszy
03. To The Stars
Darlament Norvadian
04. Estrella Azul Olvidada Bajo Las Sombras (Intro)
05. Cosmica Eternidad
06. Forgotten Legion

Laufzeit: ca. 27 Minuten

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