Dienstag, 26. Juli 2016

Vorab-Review: Higurd - Gedankensturm (CD, Wolfmond Production - 2016)

Das Projekt HIGURD aus Thüringen veröffentlichte vor gut drei Jahren ihre erste CD "Gedankensturm", welche nun bald über das deutsche Label Wolfmond Production eine zweite Auflage erfahren wird. Inzwischen agiert die Band um ex-SCHATTENFANG Bassist Morbid (u.a. auch MORBID CONTEMPT, die in diesem Blog ja auch keine großen Unbekannten mehr sind). Auf dem ersten Werk waren HIGURD jedoch noch zu fünf Mannen, samt Gastauftritt eines Mitglieds von GERNOTSHAGEN.





Hat man den kurzen Death-lastigen Anfang mit dem Grind-mäßigen Schrei erst einmal hinter sich gelassen, wird man schnell Gewahr, dass es sich hier tatsächlich um Black Metal zu handeln scheint. Wobei ich HIGURD nicht auf den Black Metal reduzieren möchte. Viel mehr würden hier Umschreibungen wie Dark Metal oder Extreme Metal wesentlich besser passen, da gleichwohl Schwarzmetall wie auch Todesblei geboten wird. Hinzu kommt, dass das ganze recht modern klingt, obwohl die instrumentale Darbietung eigentlich ziemlich Old School und traditionell gehalten ist. Vielleicht ist dieser moderne Anstrich auch dem Gesang geschuldet, vielleicht auch den Einflüssen aus dem Doom, technical Death Metal und dem Post Punk/Post Hardcore, die immer mal wieder durchscheinen. Für Abwechslung ist also durchaus gesorgt, und doch vermag es das Werk in seiner Gesamtheit nicht so recht eine wirkliche packende Atmosphäre zu erzeugen: zu durchschaubar wird das Ganze dann doch mit der Zeit. Gut, man könnte jetzt argumentieren, dass das auch auf das Gros der meisten aktuellen Black Metal-Veröffentlichungen zutrifft - und das zurecht - aber es geht hier auch einfach darum, wie sich die Musik präsentiert. Anspieltipps meiner Seits wären hier die Songs "In this dying world", "Du bist tot" und "Meine Liebe", sowie das gesangliche Duett mit Askan "Declaration of Life".

Fazit:
HIGURD's "Gedankensturm" hinterlässt bei mir einen eher zwiespältigen Eindruck. Instrumental ist das Werk auf einem soliden Underground-Niveau und gute Ideen hat man auf jeden Fall zu bieten. An Abwechslung mangelt es den Herren nicht. Allerdings vermag es das Mini-Album auch nicht, großartige Emotionen bei mir zu erzeugen... und das ist nun einmal ein nicht gerade unwesentlicher Aspekt im Extreme Metal, insbesondere dem Black Metal. Daher kann ich dem ersten Werk der Thüringer nur eine durchschnittliche Wertung attestieren, zu mehr fehlt mir hier leider ein wirkliches Erlebnis beim hören. Bestellungen sind wie immer direkt an Wolfmond Production zu entrichten.

Musikalisch solides Werk, welches sich aber kaum hervorzuheben vermag. Schade, hier wäre vom Potential her deutlich mehr drin gewesen...


Darbietungen:
01. In this dying world
02. Nebelkrieger
03. Du bist tot
04. Set this world in flames
05. Declaration of life (feat. Askan von GERNOTSHAGEN)
06. Des Waldes Kraft
07. Meine Liebe
08. Capitulation
09. Higurd

Laufzeit: ca. 35 Minuten

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