Donnerstag, 14. Juli 2016

Vorab-Review: Dark Armageddon - Frozen Throne (CD, Wolfmond Production - 2016)

Die drei-köpfige Horde DARK ARMAGEDDON aus Thüringen existiert seit 1994, nahm satte drei Jahre später ihre erste Demo auf, reichte dann 1999 ihr Debüt-Werk "Unerreicht von Gottes Licht" nach und spielte sich schon damals einen Namen in der nationalen Untergrund-Szene. Es folgte zwei Jahre später das zweite Album und noch einmal weitere fünf Jahre später eine Split mit THY MAJESTY aus Köln ("German Black Metal Art"). 2013 erschien dann "Flammenmeer", das letzte Album der Formation, was noch einmal alles bis dahin dagewesene in den Schatten stellte. Nun möchte man es mit "Frozen Throne" noch abermals wissen. Worauf die Gemeinschaft sich künftig freuen kann, lest ihr nun...


Gut, viele Informationen existieren zu dem künftigen Werk der Band noch nicht. Selbst ich als Rezensent musste mich mit einem vorläufigen Flyer zufrieden geben - das vorliegende Cover ist also erst noch vorläufig und kann sich noch durchaus ändern. Sollte dies der Fall sein, werde ich das finale Cover natürlich bei Zeiten nachliefern.

Nun, ehrlich gesagt konnte ich mit der Musik von DARK ARMAGEDDON jetzt noch nie so wirklich eins werden, wobei das Debüt durchaus seine Momente hatte und mir das durch Immortal Blood veröffentlichte "Flammenmeer" recht gut gefiel - allerdings nicht als Gesamtwerk, sondern eher einzelne Beiträge. Die Horde scheint sich gerade in diesem Punkt aber mehr als weiterentwickelt zu haben. Hört man sich die insgesamt acht Lieder von "Frozen Throne" an, so wird einem hier ein in sich stimmiges Machwerk Schwarzmetall geboten, welches sich sehr melodisch und daher auch sehr episch gibt. Das liegt aber nicht so sehr an den Längen der einzelnen Songs, die liegen eigentlich eher im Rahmen (alle um die vier bis sieben Minuten), sondern eher an der Präsentation an sich. Reichlich Keyboard-Einsatz, samt Samples, Chören usw. Auch akustische Momente gibt es zu vernehmen. Thematisch beschäftigt sich das Album lose mit den Werken von Tolkien (da mir keine Texte vorliegen, kann ich da natürlich jetzt nicht näher drauf eingehen), vor allem nimmt das Album Bezug auf Schlachten wie den "Ringkrieg" oder "Battle of the Five Armies". Interessant, dass sich eine Band noch mit dieser Thematik auseinandersetzt, liegt es doch gar nicht mehr im Trend... sind hier also wahre Anhänger der Werke Tolkiens am Werk? Andererseits ist das natürlich auch ein erfrischender Gegenpol zum aktuellen Trend der ganzen okkulten und orthodoxen Schwarzmetall-Gruppierungen, die momentan wie Pilze aus der Erde schießen - und meist nach ein oder zwei Alben auch wieder in der Versenkung verschwinden, wie noch vor ein paar Jahren diese ganzen nichts-bedeutenden DSBM-Bands, von denen sich mittlerweile ja auch die Spreu vom Weizen getrennt hat. Aber zurück zu "Frozen Throne"... musikalisch klingt das ganze wie gesagt sehr melodisch, was mich an ältere Schweden denken lässt - aber andererseits haben DARK ARMAGEDDON auch diesen typischen deutschen Sound in ihrer Musik. Den keifenden Schreigesang kann ich nur als gelungen bezeichnen, fügt er sich doch nahtlos in das übrige Geschehen ein.

Fazit:
Ganz klar das beste Album der Horde aus Deutschland bisher. "Frozen Throne" macht so gut wie alles richtig, was ich auf der "Flammenmeer" eher noch bemängelt hätte. Das Ganze wirkt hier eher wie ein durchgehendes Konzept-Album, wobei es sich hier jedoch um kein klassisches Konzept-Album zu handeln schein, sondern um ein Werk, welches eine durchgehende Thematik immer wieder mal aufgreift, zwischendurch aber auch andere Dinge behandelt. Die CD wird demnächst bei Wolfmond Production in einem limitierten A5-Digi veröffentlicht werden. Ein gelegentlicher Blick auf die Seite lohnt also!

Bestes Album der deutschen Schwarzmetall-Horde bis dato. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Ringkrieg
02. Path Of Darkness
03. The Last Battle
04. Frozen Throne
05. Battle Of The Five Armies
06. Beyond The Dark Portal
07. Azanulbizar
08. The Day When Smaug Arrived

Laufzeit: ca. 39 Minuten

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