Dienstag, 28. Juni 2016

Review: Pauzûl & VED - Once Peaceful Sites Split (CD, Lupus Tonkunst - 2015)

Mal wieder etwas aus dem Hause von Lupus Tonkunst. Nachdem ich ja vor einiger Zeit die aktuelle Scheibe von NARVIK unter die Lupe genommen habe, wollte ich doch einmal schauen, was das Label noch so zu bieten hat. Letztlich habe ich mir dann spontan ein paar der neuen Veröffentlichungen der Schmiede gesichert, die ich so nach und nach besprechen werde. Den Anfang macht die im letzten Jahr erschienene Split der beiden Underground-Kapellen PAUZÛL und VED, die beide mit diesem Gemeinschaftswerk ihren Einstand feiern.



Das Trio PAUZÛL, welches sich u.a. aus SHARMANE- und LEYD-Mitgliedern zusammensetzt, leiten "Once Peaceful Sites" dabei ein und klingen zunächst einmal etwas ungewöhnlich in ihrem Stil. Ziemlich modern angehaucht und rockig, instrumental auch etwas vom Thrash und Death beeinflusst. Dieser Eindruck verflüchtigt sich aber schnell, wenn der Gesang erklingt... der ist nämlich als wunderbar Old School zu bezeichnen. Kalt und voller Hass wird dieser keifend vorgetragen und erinnert dabei an die seligen 90er. Und je mehr die fünf Lieder voranschreiten, desto mehr gewinnt man den Eindruck, es hier mit einem durch und durch schwarzmetallischen Album zu tun zu haben, welches in seiner Darbietung zwar etwas komplex und chaotisch wirkt, aber auch genau auf dieses Chaos abzielt. Einflüsse aus dem Goat Metal treffen hier auf orthodoxe Klänge mit alten MAYHEM, so könnte man es ungefähr umschreiben.

Mit dem sechsten Lied erklingen VED, die gleich zu beginnen deutlich machen, dass sie einen gänzlich anderen Pfad einschlagen. Das Duo um Skyth (u.a. LEYD) und P. (u.a. AHNENKULT, CARN DÛM, WERWOLF) geht hier um einiges direkter und rabiater zur Sache. Schwarzmetall ohne Kompromisse und gnadenlos in schnelleren Gefilden angesiedelt. Das klingt nicht nur ziemlich ruppig, verleiht dem Ganzen auch den nötigen Nachdruck und Räudigkeit. Zudem ist man in der Lage, doch die eine oder andere gewichtige atmosphärische Stimmung mit einzubauen in Form von Tempowechseln oder markanten Passagen (wie im letzten Drittel von "Die lauernde Furcht").

Fazit:
PAUZÛL, die sich mittlerweile in BLEKE umbenannt haben, muten zunächst ungewohnt an, können aber letztlich doch auf voller Linie überzeugen. VED würden dagegen mit ihrem Stil in der völligen Belanglosigkeit verschwinden, wenn es ihnen nicht gelingen würde, doch immer mal wieder interessante Details in ihre Musik einzufügen. Auch die gut gesetzten Stimmungswechsel sind hier hervorzuheben. Unter'm Strich bleibt hier eine recht solide Arbeit. Die CD gibt es für äußerst faire 6,- Euronnen im Online-Shop von Lupus Tonkunst.

Durchaus interessante Split, die auf jeden Fall einmal gehört werden will. Kann man haben, muss man aber nicht.


Darbietungen:
Pauzûl
01. Plains to Swamps
02. Ghoulcaller's Chant
03. Sturmgeist
04. Psalmantranthropophagy
05. Helvault - Great Silver Rauk
VED
01. Das Erwachen
02. Die lauernde Furcht
03. Nachtmar
04. Jenseits der Stille

Laufzeit: ca. 44 Minuten

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