Dienstag, 28. Juni 2016

Review: Orthodoxy - Shaarimoth (CD, Morbid Chapel Records - 2015)

Bei ORTHODOXY handelt es sich um ein weiteres Projekt des Herrn Nocturn (hier Noctvrn) aus Spanien, der auch in solch' illustren und teils etablierten Bands des spanischen Undergrounds involviert ist wie DOMAINS, MARTYRUM OMNIUM, OBSCURE oder PROFUNDIS TENEBRARUM. Hier lebt er nun im Alleingang seinen Hang zum Schwarz angehauchten Todesblei aus.







Das Werk, welches bereits im letzten Jahr auf verschiedenen Medien veröffentlicht wurde, ist dabei erfreulich eingängig ausgefallen. Der Band-Name ist definitiv Programm, und so gibt es über fünf Lieder verteilt um die 19 Minuten sehr Black-lastigen satanischen Death Metal um die Ohren, der auch mit Doom-Einschlägen nicht geizt. Donnerndes, Unheil verkündendes Schlagzeug, sägende Gitarren samt kratzigen Soli... für genügend Abwechslung ist bei dieser Goat Metal-Metzelei eindeutig gesorgt. Dies ist aber auch bitter nötig, denn ansonsten würden die eigentlichen beiden Songs (der erste dient als Intro, der dritte als Midtro und der fünfte als Outro) mit der für das Genre geradezu epischen Durchschnitts-Laufzeit von über sieben Minuten (!) nicht funktionieren, und schnell in belangloser Monotonie enden. So jedoch bewegt man sich auf gutem Niveau und sollte jeden Goat Metal-Jünger zufrieden stellen.

Fazit:
ORTHODOXY's "Shaarimoth" ist ein kleines, fies-böses Werk geworden. Kompromissloser Black/Death Metal mit tiefgreifendem Satanismus und viel okkulter Kerzenschein-Atmosphäre. Man kann die Dunkelheit förmlich spüren und die schwach erleuchtenden, von Räucherwerk vernebelten Katakomben direkt riechen. Diesem Solo-Projekt ist hier eindeutig eines der diesjährigen Highlights dieses immer wieder interessanten Subgenres geglückt. Bleibt abzuwarten, ob man dieses Niveau auf Dauer halten wird halten können, oder ob man sich gar noch steigern kann. Auch würde mich ein Voll-Album des Projekts mehr als reizen. Die EP erschien ursprünglich auf Tape unter dem Banner der spanischen Schmiede Hexed Cemetery, ist in dieser Form jedoch bereits restlos ausverkauft und kann dort nur noch in digitaler Form erworben werden (hier geht's zum Download), wurde später durch das polnische Label Morbid Chapel Records auf CD gepresst und auf 500 Einheiten limitiert und kann auch gleich dort bestellt werden. Mein Exemplar hatte ich von Lupus, die scheinen die CD aber nicht mehr auf Lager zu haben.

Schnörkelloser Goat Metal, der kaum Wünsche offen lässt!


Darbietungen:
01. Ritualistic Chants of Morbid Pale Flesh
02. Eucharist of Black Doctrine
03. Emanation
04. Thresholds of Omnious Death
05. Darkness Yearns Withered Hopes

Laufzeit: ca. 19 Minuten

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