Donnerstag, 30. Juni 2016

Review: Nýr Gata - Seraphim (CD, Narbentage Produktionen / Dominance of Darkness Records - 2015)

Aus dem Saarland stammt das Duo NÝR GATA, das sich aus den beiden Untergrund-Kriegern Sarghas (u.a. IMMORIOR, NORTHERN HATE und STARDUST) und Nordmann (ebenfalls in IMMORIOR und STARDUST aktiv) zusammensetzt. Zelebriert wird der Ankündigung nach Melodie-orientierter deutscher Schwarzmetall mit Todesblei. Gut, das kann im Prinzip ja viel bedeuten und ist daher wohl auch immer etwas skeptisch zu betrachten. Wie es um die Qualität dieses Werkes bestellt ist, lest ihr im folgenden...





Beginnen wir aber bei der Aufmachung der CD. Der Silberling haust in einem Jewelcase, professionell bedrucktes beidseitiges Inlay und ein hochwertiges 8-seitiges Beiheft, welches neben Illustrationen und einem Foto auch alle Texte enthält. Respekt dafür - findet man ja heutzutage eher selten, dass eine Underground-Band auch ihre Texte mit ins Beiheft packt. Was einen hier dann musikalisch erwartet, kann sich dann auch mit der Ankündigung eines atmosphärischen und melodischen Werkes messen lassen. Dabei entsteht der melodische Aspekt nicht wie bei so vielen Vertretern durch übermäßigen und fast schon symphonischen Keyboard-Einsatz, sondern ist der sehr spielfreudigen Instrumentalisierung geschuldet - gerade die Gitarren sind hier besonders hervorzuheben. Aber auch das Schlagzeug, welches einen Sturm nach dem anderen entfacht, sorgt für eine erhabene und geradezu hymnische Atmosphäre. Der Gesang ist facettenreich, scheint teils auch von beiden Beteiligten dargeboten zu sein - entweder das, oder im Studio wurde mehr als gut gearbeitet, denn die Wechsel zwischen kaltem Geschrei und tiefen Gröllen ist fließend. Dann und wann erklingt gar ein erhabener Klargesang, der auf Chor getrimmt ist, oder es wird dann doch mal mit Keyboards oder Samples gearbeitet. Das alles lässt die ganze Angelegenheit zu etwas Besonderem werden und verleiht ihm eine gewisse Eigenständigkeit, die das Album deutlich vom Einheitsbrei abhebt.

Fazit:
Ein mehr als interessantes Album, welches viele Facetten hat und wesentlich mehr bietet als den Underground-Black Metal-Durchschnitt. "Seraphim" traut sich einiges zu, schaut hier und da auch mal gerne über den Tellerrand engstirniger gesetzter Grenzen hinweg, ist dabei aber zeitgleich auch herrlich Old School-lastig und doch unverbraucht im Klangbild. Die Produktion lässt dabei kaum Wünsche offen und ist für eine Underground-Veröffentlichung mehr als gelungen. Interessenten wenden sich zwecks einer Bestellung vertrauensvoll an Narbentage Produktionen oder Dominance of Darkness, die das Album für jeweils 9,- Euronnen anbieten. Neben der normalen Jewelcase-Edition gibt es auch eine Sonderedition in einer Holzbox, welche neben der CD noch einen Button und einen Aufnäher enthält, welche auch noch im Angebot beider Labels zu ergattern ist (Limitierung liegt hier bei 36 Stück - schnell sein zahlt sich also aus, wenn man auf solche Sondereditionen steht).

Mächtiges Werk aus dem Saarland-Untergrund. Absolute Empfehlung!


Darbietungen:
01. Gefangen in der Ewigkeit
02. Hinab vom Lichte
03. Im Reich der Leere
04. Marter
05. Im Flammenregen
06. Cherubim
07. Acheron
08. In falscher Freiheit
09. Sohn des Hasses

Laufzeit: ca. 38 Minuten

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