Montag, 20. Juni 2016

Review: Marduk - Frontschwein (CD, Century Media Records - 2015)

Ich muss gestehen: nach der Veröffentlichung ihres Albums "Panzerdivision Marduk" habe ich es Jahre lang vermieden, irgend eine Veröffentlichung der Band auch nur mit der Kneifzange anzufassen. Die Band war nach diesem Album aus dem Jahr 1999 einfach nicht mehr die Selbe, und wie es der Brite so schön sagen würde: nicht mehr my cup of tea.








Nun meldeten sich die Schweden in vergangenen Jahr mit ihrem immer noch aktuellen Voll-Album "Frontschwein" zurück. Auch dies betrachtete ich erst mit großer Skepsis und ich vermied es auch, dem Album überhaupt erst einmal eine Chance einzuräumen. Bis ich es vor ein paar Tagen bei einem Freund zu hören bekam. Zunächst konnte ich kaum glauben, was ich zu hören bekam. DAS konnten doch unmöglich die aktuellen MARDUK sein?! Und doch: es scheint in der Tat so, als hätte das schwedische Todeskommando zu neuer Kraft gefunden. Die Stärke alter Veröffentlichungen ist hier deutlich spürbar, genauso wie es neue Einflüsse sind, die dem Album nicht den Charakter eines schon x-fach kopierten Werkes geben, sondern es erfrischend eigenständig klingen lassen. "Frontschwein" ist gleichzeitig ein typisches MARDUK-Machwerk, bietet dabei aber auch okkulte Momente und rituelle Atmosphären wie man sie aktuell eher von ihren Landsleuten WATAIN gewohnt ist oder klingt auch mal eher untypisch für Schweden und greift eher ein norwegisches Thema auf, was ein wenig an SATYRICON denken lässt. Dann regiert auch mal das absolute Chaos, welches sich in rasanten und brutalen Gewaltausbrüchen materialisiert. Genial ist auch eher das schwermütige Stück "Nebelwerfer".

Fazit:
Die schwedische Kult-Band ist endlich zurück! Nachdem mich die Band eigentlich regelmäßig nur noch enttäuscht hat in den letzten Jahren, muss ich sagen, dass sie hier ihr Opus Magnum geschaffen haben. Wer hätte das gedacht? Ich jedenfalls nicht. Nach "Frontschwein" werde ich den Werdegang der Truppe aber auf jeden Fall wieder mehr verfolgen, soviel ist sicher. Das Dortmunder Label Century Media veröffentlichte das Werk als stinknormale Jewelcase-CD, als limitierte Special-haste-nicht-gesehen-Edition, sowie auf schwarzem Vinyl (ausverkauft) und als Neuauflage auf PicLP, beide Varianten im Gatefold-Cover. Da es sich hier um MARDUK handelt, dürfte es nicht weiter schwierig sein, an das Album zu kommen, da jeder beschissene Laden die CD im Regal stehen haben dürfte. Um aber wirklich etwas für die Sache zu tun, empfehle ich eine Bestellung direkt bei Century Media (als Dortmunder kann man auch mal eben vorbeischauen).

MARDUK haben endlich wieder ein Album gemacht, was man sich von der Band schon lange mal wieder gewünscht hat. Uneingeschränkte Empfehlung meinerseits. Kauft euch das Teil!


Darbietungen:
01. Frontschwein
02. The Blond Beast
03. Afrika
04. Wratheland
05. Rope of Regret
06. Between the Wolf-Packs
07. Nebelwerfer
08. Falaise: Claudron of Blood
09. Doomsday Elite
10. 503
11. Thousand-Fold Death

Laufzeit: ca. 52 Minuten

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