Dienstag, 28. Juni 2016

Review: Erlöser - The Grail of Perdition (CD, Lupus Tonkunst - 2016)

ERLÖSER heißt die neue Band auf Lupus Tonkunst, die im Februar ihre erste CD-EP veröffentlichten. Schaut man sich im Netz mal so um, existieren nicht gerade viele Informationen über die Truppe, die man abgreifen kann. Einzig, dass es sich hier um ein Trio handelt, wobei allein zwei Mannen für den Gesang verantwortlich zeichnen und einer für alle Instrumente zuständig ist. Apropos Gesang: lauscht man den Gesängen der beiden Herren, dürfte auch schnell klar werden, aus welchem Dunstkreis die Horde stammt. Aber ist ja letztendlich auch egal, Hauptsache das Werk ist stimmig, und genau diesem werde ich mich jetzt widmen...



Fangen wir bei der Aufmachung an. Dass es sich hier um etwas Besonderes handelt, wird nämlich allein hier schon deutlich: ein dunkelroter Umschlag mit einem schwarzen Siegel aus Wachs, welches das neue Logo von Lupus Tonkunst zeigt (eine Pyramide mit einem Auge). Dazwischen geklemmt die bekannte Visitenkarte des Labels mit der Limitierung samt Nummerierung auf der Rückseite. Gut aufbewahren also. Nach vorsichtigem Öffnen, um das Siegel nicht unnötig zu beschädigen, kann man sich auch gleich dem eigentlichen Werk zuwenden. Eine CDr (schwarze Abspielseite) im Slim-Case und 4-seitigem Beiheft, welches die nötigsten Eckdaten enthält. Keine Fotos, keine selbst-darstellerischen Ambitionen - sehr sympathisch.

Also schnell die CD in die Anlage und ab dafür. Geboten werden hier drei Lieder, wobei das erste und das letzte rein instrumentaler Natur sind und nur im zweiten Lied Gesang geboten wird. Wer jetzt aber gleich an Lückenfühler und Streckungen mit überflüssigem Ambient denkt, kann beruhigt aufatmen. Was hier von Anfang an geboten wird, ist Schwarzmetall in seiner reinsten Essenz. "I" geht dabei recht brachial zu Werke und wechselt immer wieder zwischen schierer Raserei und Wahnsinn und getragenem Midtempo. "II" legt dann gleich und ohne Umschweife los und präsentiert sich als schnittiger Black Metal-Song mit einer gehörigen Portion okkulter Atmosphäre. Das wird vom zwei-stimmigen Gesang der beiden Herren N. und T. nur noch einmal unterstrichen. Das Schlagzeug muss hier ebenfalls hervorgehoben werden: es klingt einerseits sehr militant und doch erzeugt es eine rituelle und düstere Atmosphäre. So vergehen die knappen fünf Minuten leider auch eindeutig zu schnell. Es folgt mit "III" bereits das letzte Lied der CD. Hier fällt zunächst einmal auf, dass das ganze leiser aus den Boxen erschallt, als die beiden vorherigen. Das sorgt aber auch nur im ersten Moment für einen atmosphärischen Abbruch, denn der dargebotene Song kommt wesentlich eingängiger und stimmiger daher als "I".

Fazit:
Alles in allem muss man sagen, dass der jungen Band ERLÖSER mit "The Grail of Perdition" ein sehr guter Einstand gelungen ist, der zwar nicht immer in allem stimmig daherkommt, aber der unmissverständlich deutlich macht, um was es der Horde geht. Hier würde mich auch wirklich ein Voll-Album im Stil des zweiten Songs reizen, da in der Musik doch sehr viel Potential steckt. Limitiert ist das Werk auf lediglich 44 Exemplare und, wie bereits weiter oben erwähnt, von Hand nummeriert - man sollte also nicht mehr allzu lange mit einer Entscheidung warten. . Die CD mit allem drum und dran gibt es im Online-Shop von Lupus Tonkunst für 7,- Euronnen zu erwerben, genau wie die Kassetten-Version, die durch die Schmiede Worship Tapes veröffentlicht wurde.

Wenn man bedenkt, dass es sich hier um eine erste EP handelt, ist dieses Machwerk eine mehr als solide Darbietung okkulter Musik. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. I
02. II
03. III

Laufzeit: ca. 13 Minuten

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