Donnerstag, 30. Juni 2016

Review: Askvald - Geistesreisen durch Dämmertage (CD, Wolfmond Production - 2016)

Bei ASKVALD handelt es sich um ein noch relativ junges Solo-Projekt aus Dresden, welches aus dem Individuum Apocaleon besteht und um das Jahr 2013 ins Leben gerufen wurde. Ein Jahr später, 2014, machte man erstmals musikalisch auf sich aufmerksam in Form der digitalen Demo "Fernab des Weges". Gute zwei Jahre später erschien das das hier vorliegende Debüt-Album, welches im April zunächst ebenfalls in digitaler Form veröffentlicht wurde und im Mai dann eine Auswertung auf CD durch Wolfmond Production erfuhr.




Umschrieben wird der Stil der Ein-Mann-Band als atmosphärischer Black Metal mit Gothic-Einfluss. Das kann man grob auch so stehen lassen. Meines Erachtens finden hier aber noch wesentlich mehr Aspekte Verwendung: so wird mit Shoegaze ebenso gespielt wie mit gelegentlichen Einschüben von Post-Rock, was die Sache erfrischend anders klingen lässt und letztlich auch interessant macht. Daneben finden sich aber auch klare Underground Black Metal-Passagen, die typisch deutsch klingen. Die Produktion ist auch recht ordentlich ausgefallen für ein Underground-Release, wenn die Abmischung hier und da aber natürlich noch etwas verfeinert werden könnte. Darum geht es hier im Grunde aber auch gar nicht. So manch' eine Darbietung lässt gar an Arrangements alter CRADLE OF FILTH denken (ja ja, man verzeihe mir den Vergleich), als sie noch irgendwie etwas mit Musik zu tun hatten - vielleicht wäre daher ein Vergleich mit alten HECATE ENTHRONED angemessener. Man höre sich nur einmal "Sie und der Geruch von Schnee" an, das sagt eigentlich alles. Dieses Werk jetzt aber darauf zu reduzieren, wird ihm in keinster Weise gerecht, denn wie schon erwähnt spielen hier verschiedene Einflüsse mit ein, die "Geistesreisen durch Dämmertage" erst so umfangreich werden lassen... "Begierde" zum Beispiel ist wieder ganz anders gehalten und mit "Und als die Sonne aufging" hat man neben dem heiseren Schreigesang auch akustische und klare Passagen. "The land between" mutet vom Stil her gar einer emotionalen Mitt-90er Schwarzmetall-Hymne an. Stürmische Instrumente, reichlich Keyboard- und Sample-Einsatz, inklusive Streichern. "Die graue Pforte" bietet dann zum Anfang eine sehr psychedelisch anmutende hypnotische Gitarre und entwickelt dann eher Gothic/Doom Metal-artige Anleihen, bis es in einen eher Gothic-lastigen Black Metal übergeht.

Fazit:
ASKVALD's "Geistesreisen durch Dämmertage" ist wahrlich ein emotionales und reichlich melancholisches Album geworden. Die frostige Kälte des Black Metal paart sich hier mit der schwarz-romantischen Düsternis des Gothic Metal, inklusive Anleihen an den Death/Doom Metal früherer Tage. Ein wenig Post-Rock und Blackgaze sorgt für den nötigen modernen Anstrich der Mixtur. Die CD erschien in einem Digipack mit 8-seitigem Beiheft und Button und ist limitiert auf 100 Stück, wer also noch ein Exemplar ergattern möchte, sollte sich vertrauensvoll an Wolfmond Production wenden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, das Teil direkt über die Band zu beziehen via Bandcamp-Profil, dort ist es auch möglich sich das Album in digitaler Form herunterzuladen.

Gefühlsbetontes, melancholisches Werk, welches sich ganz klar an ebenfalls gefühlsbetonte Menschen wendet. Ein kleiner aber feiner Geheimtipp!


Darbietungen:
01. Geistesreisen durch Dämmertage
02. Threnody
03. Sie und der Geruch von Schnee
04. Begierde
05. Und als die Sonne aufging
06. The land between
07. Die graue Pforte
08. Stillstand
09. Wenn Tage unbemerkt verstreichen

Laufzeit: ca. 57 Minuten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen