Montag, 27. Juni 2016

Review: Aryman - Czarne Rytuały Otchłani (CD, Hass Weg Productions / Lower Silesian Stronghold - 2016)

Die polnische Horde ARYMAN veröffentlichte letzten Monat ebenfalls ihr bereits zweites neues Album. Der Nachfolger von "Plugawe Dziedzictwo" setzt dabei eigentlich genau dort an, wo das Erstlings-Werk endete (eine Besprechung zum Debüt-Album gibt es hier). Auch die Besetzung hat sich etwas geändert, und das ist auch längst nicht alles...







Mit "Czarne Rytuały Otchłani" feiern gleich drei neue Mitglieder ihren Einstand bei ARYMAN. Nur Schlagzeuger Non Serviam und Gitarrist Nefarius sind mal wieder von der Stammbesetzung übrig geblieben. An der zweiten Gitarre hört man nun Tarrom, am Bass tobt Asmenoth von der Underground-Kapelle BELETH und Schreihals Xaos Oblivion (u.a. SYTRIS, THE TEMPLE OF THE MIST und DEMONIC SLAUGHTER) übernimmt die Vokills. Ein Garant also für eine Viertelstunde kultigen Polen-Schwarzmetall? Aber sicher doch! ARYMAN halten sich auch nicht lange mit Intros oder sonstigem Firlefanz, sondern gehen nach einem kurzen instrumental-atmosphärischen Einstieg direkt in die Vollen und lassen einen wahren Sturm von exzessiver Gewalt, Hass und Dunkelheit auf den Hörer herniederprasseln. Hier kommt auch gleich der Vergleich mit SYTRIS zum tragen, da man durch die Stimme sowie den recht räudigen Stil doch vermehrt an die Band erinnert wird, wenn auch eine andere Stimmlage bemüht wird und ARYMAN insgesamt wesentlich brutaler und kompromissloser zu Werke gehen, als SYTRIS, die ja eher einem leicht melancholischen und monotonen Pfad ala alter BURZUM folgen. Neben all diesem blutrünstigen Wahnsinn und der satanischen Finsternis, bleibt aber auch die Atmosphäre nicht auf der Strecke: die Band bewies bereits auf ihren vergangenen Werken, dass sie spielerisch gute Arbeit abliefern kann. So wird auch hier eine recht melodie-betonte Düsternis an den Tag gelegt, die auch mal etwas okkult klingen darf, was sich gerade in den detailverliebten Gitarrenläufen widerspiegelt, auch ist man durch gut platzierte Tempowechsel durchaus in der Lage, verschiedene Stimmungen zu erzeugen, die man vielleicht nicht gleich beim ersten Durchlauf wahrnimmt und komplett erfasst, die einen dann aber doch so weit fesseln, dass man gewillt ist, das Album gleich noch ein weiteres Mal zu hören... und mit jedem Hörgang entfaltet sich die dunkle Essenz des Albums mehr und mehr.

Fazit:
Mit ihrem zweiten Album bescheren uns ARYMAN abermals ein superbes Werk, welches im direkten Vergleich zu "Plugawe Dziedzictwo" nochmals eine deutliche Steigerung darstellt. Genau das, was man von einer guten polnischen Schwarzmetall-Kapelle erwartet. ARYMAN haben hier definitiv ein Monument geschaffen, welches sie auf eine Stufe mit anderen Vorzeige-Bands aus ihrem Land wie etwa PLAGA stellt. Für Interessenten aus Deutschland bietet sich eine Bestellung bei den Franzosen von Hass Weg Productions an, über deren Online-Shop die CD zu beziehen ist.

Schwarzmagische Black Metal Tonkunst aus Polen. Lohnt sich!


Darbietungen:
01. Cmentarne Wrota (Intro)
02. W Grobowym Transie
03. Czas Zagłady
04. Pogrzebowa Noc Grozy
05. Diabelska Swiqtynia Umarłych
06. Procesja Upadłlych Dusz
07. Ceremonia
08. Czarne Rytuały Orchłani
09. Zimna Obsesja Zgnilizny
10. Czelusci Nocnych Roszmarów

Laufzeit: ca. 40 Minuten

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