Mittwoch, 29. Juni 2016

Review: Amuleto de Calamidades - Amulet of Calamities (CD, Wolfmond Production - 2016)

Das unheilvolle Amulett aller Unglücke dieser Welt ist der Fluch der Menschheit. Das möchte uns zumindest die Horde AMULETO DE CALAMIDADES sagen, welche ein gemeinschaftliches Projekt aus Ecuador, Spanien und Paraguay ist und als Trio agiert. Im Original wurde die EP bereits schon einmal im April diesen Jahres veröffentlicht, ebenfalls auf CD unter dem mexikanischen Label Silentium in Foresta, welches das Werk in einer Auflage von gerade einmal 25 Einheiten herausbrachte. Nun hat sich die deutsche Underground-Viel-Veröffentlicher-Schmiede Wolfmond der Band angenommen...





Zunächst ein gut 2-minütiges Intro. Gut, immerhin atmosphärisch. Mit "Professing antipathy to exist" geht es dann aber auch gleich mit dem ersten eigentlichen Song los. Der bietet zunächst einmal eher depressiv anmutenden Black Metal, der vorwiegend im eher gediegeneren Tempo vorgetragen wird, hier und da aber doch mal einen Gang zulegt. Der Gesang ist dabei erfreulich so gar nicht DSBM-like, sondern scheint sich eher an Bands wie CRYFEMAL zu orientieren. Das zweite Lied "Misery insulting" ist da schon eher meine Kragenweite, bietet recht flotten, aber nicht unmelodischen Schwarzmetall, der eine düstere und durch und durch 'böse' Ausstrahlung hat. Krank und dem Wahnsinn verfallen - das pure Chaos. Leider verliert sich der Song zum Ende hin etwas in sich selbst, wie mir scheint. Ein feines Old School-Riff erklingt dann gleich am Anfang des Titel-Songs "Amulet of calamities" und dieses Flair setzt sich hier auch konsequent fort: Midtempo-Black Metal mit auf Orgel getrimmten Keyboards, der aber auch gern ein oder zwei Gangschaltungen hochschraubt. Die Gitarren sind hier besonders hervorzuheben, da sie dem Ganzen doch recht viel von seiner erhabenen Dunkelheit verleihen. Es folgt das unausweichliche Outro... das war's.

Fazit:
Das Trio AMULETO DE CALAMIDADES präsentieren uns mit ihrer Debüt-EP ein eher durchschnittliches Werk, was zwar ohne Frage Potential besitzt und seine Höhepunkte hat, sich aber im Gros der täglich wachsenden Underground-Szene wohl kaum durchsetzen wird. Dazu fehlt es ihnen einfach noch an dem Quäntchen Eigenständigkeit. Sollte man sich in Zukunft mehr auf den Stil des Titel-Songs konzentrieren und diesen noch weiter ausbauen, wäre ein neues Werk der Horde aber sicher interessant. Wolfmond veröffentlichte das Werk als A5-Digi in einer Auflage von 100 Stück, unter der Kontakt-Adresse, sowie über den offiziellen Ebay-Shop des Labels lässt sich das Teil dann auch bestellen.

Insgesamt eher durchschnittliches Machwerk, was sich auch ganz klar an Raw Black Metal-Maniacs richtet. Ist aber definitiv mal ein oder zwei Ohren wert.


Darbietungen:
01. Everyone is going to die (Intro)
02. Professing antipathy to exist
03. Misery insulting
04. Amulet of calamities
05. Blood Shortage ORH- (Outro)

Laufzeit: ca. 27 Minuten

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