Sonntag, 1. Mai 2016

Review: Pestheim - Nocturnal Symphonies (CD, Eigenproduktion - 2015)

Schon etwas länger hatte ich vor, das letztjährige Voll-Album des Kriegers M.H. Frost zu besprechen. Leider kam ich aber erst kürzlich in in den Besitz der Scheibe (zusammen mit der jüngsten CD "The Darkness Shall Be Eternal", von welcher in nächster Zeit auch noch eine separate Rezension folgen wird), so dass ich die Review nun einfach nachhole. So viel sei schon einmal verraten: nicht nur das Logo hat sich hier geändert...





Das Projekt PESTHEIM sollte ja nun so unbekannt nicht mehr sein, vor allem Lesern meines Blogs sollten die 2008 gegründete Solo-Band aus Ennepetal inzwischen verinnerlicht haben. Hoffe ich zumindest, denn die Musik ist es mehr als wert, Gehör zu finden. Nun handelt es sich bei "Nocturnal Symphonies" um ein Album, welches sowohl alteingesessenen Maniacs der Gruppe gefallen dürfte, als auch neuen Anhängern den Einstieg leicht macht. Soll heißen: der doch als recht unverwechselbar zu bezeichnende Stil von M.H. Frost, der sich an den Größen der 90er orientiert, ist hier grundlegend vertreten, doch bietet er mit seinem neuen Album gleichzeitig eine konsequente Weiterentwicklung seines bisherigen Werkes. War bereits "In The Mysterious Depths Of The Forest" (die Besprechung lässt sich hier nachlesen) geprägt von melodischen Einspielungen, insbesondere von sehr Heavy Metal- bis Thrash Metal-lastigen Gitarrensoli oder ambienten Passagen, so wurde dem Ganzen auf "Nocturnal Symphonies" noch einmal einer drauf gesetzt. Allein der Opener "Nordic Kingdom" macht schon deutlich, dass man hier zum einen den typischen PESTHEIM-Stil serviert bekommt, aber auf eine sehr symphonische Art und Weise. In Verbindung mit den verwendeten Samples entsteht so ein sehr hymnischer, meist erhabener aber auch misanthropischer Eindruck. Die meisten Lieder sind daher auch im klassischen Midtempo gehalten und kommen eher mit einer getragenen, nebelverhangenen Atmosphäre daher. Dem gegenüber stehen Lieder wie "Loathsome Race of the Mortals" oder "The Human Scum", bei denen es sich um schnell gespielte Hasshymnen handelt. "Infernal Abyss" und "Purest Hatred" sind ja bereits von der Best-Of "Behold The Coming Age Of Darkness" bekannt, und zumindest der Bonus-Song "Infernal Abyss" enthält im Gitarrenspiel wohl den meisten Thrash-Einfluss und lässt auch ein wenig an Frost's Arbeit bei OLD SKULL denken.

Fazit:
"Nocturnal Symphonies" ist ein Werk, von dem man eigentlich gar nicht annehmen könnte, dass es wirklich aus dem letzten Jahr stammt, sondern vielmehr aus der Zeit um 1994/1995. Schwarzmetall in seiner puren Essenz. Kalt, majestätisch, hasserfüllt und höchst emotional. Ein Album, welches nicht nur Jünger der alten Schule und Anhänger der Alt-Werke von DIMMU BORGIR, CARPATHIAN FOREST, GEHENNA oder gar DISSECTION zufrieden stellen sollte, sondern auch jeden, der sich für atmosphärischen Black Metal begeistern kann. Aktuell ist die Scheibe, die als Pro-CDr im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft daherkommt, noch im Distro von Wolfmond Production für äußerst faire 8,- Euronnen erhältlich.

Alles, was ein authentisches Schwarzmetall-Album braucht. Sollte man sich ohne jede Frage zulegen!


Darbietungen:
01. Nordic Kingdom
02. Seelenruh
03. Loathsome Race of the Mortals
04. Crumbles to Dust
05. Purest Hatred
06. Hymnen der Natur
07. The Human Scum
08. Infernal Abyss
09. Dark Night - Outro

Laufzeit: ca. 31 Minuten

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