Sonntag, 1. Mai 2016

Review: Hati - 10 (CD, Eigenproduktion - 2016)

Es gibt solche Bands, die man kaum mehr auf dem Schirm hatte, bis man urplötzlich einmal wieder von einem neuen Release hört. Ähnlich ging es mir im Falle HATI - wusste ich bis zur Veröffentlichung von "10" ja noch nicht einmal mehr, ob es die Truppe überhaupt noch gibt. Aber irgendwie scheint sie schon noch zu existieren, was mich persönlich sehr freut, galten sie für mich doch immer als eine von Deutschlands hörenswerten Gruppen aus dem Untergrund.





Musikalisch zwar schlicht und bewusst primitiv gehalten, werden HATI wohl kaum Hörer hinter dem Ofen hervor locken, deren Ohren heutzutage verwöhnt sind von druckvoll sauberen, auf Hochglanz polierten Produktionen. Vielmehr richtet sich das hier an jene, die noch wirklich etwas mit dem Geist der Anfänge in Deutschland anzufangen wissen. ABSURD standen da musikalisch gesehen (dem Teufel sei Dank) eher weniger Pate, sind aber natürlich gerade im Gitarrenspiel der ersten Demo herauszuhören. Eher sind es Bands wie GRABSCHÄNDER, alte DEATHGATE ARKANUM, DYING FULLMOON, IRMINGOT oder auch alte GRAVELAND (wenn man die Vergleiche denn international ausweiten möchte), die hier als Inspirationsquellen genannt werden dürften. Dabei handelt es sich bei dem vorliegenden Werk mitnichten um eine neue EP oder gar ein Album. Es handelt sich hier um eine Zusammenstellung der ersten beiden Demos "Aus dem Dunkel" aus dem Jahr 2001 und "Auf in den Kampf" von 2002, sowie dem Voll-Album "Trauer, Krieg, Verzweiflung und Hass" aus dem Jahr 2004. Erst genanntes umfasst die ersten sieben Songs, wurde auf vier analogen Spuren aufgenommen und klingt dementsprechend auch ziemlich rau und ungeschliffen. Die folgenden acht Lieder bilden "Auf in den Kampf", welches auf acht analogen Spuren aufgenommen wurde und daher insgesamt auch etwas professioneller klingt. Neben den Formaten CDr und Kassette erschien die zweite Demo sogar auf Vinyl mit dem "Aus dem Dunkel" Demo auf der B-Seite. Aber das nur am Rande. Die letzten 10 Lieder sind dem "Trauer, Krieg, Verzweiflung und Hass" Album entnommen, welches in lediglich vier Tagen eingeprügelt wurde und mit "Ich hasse alles was lebt" noch ein GRABSCHÄNDER Cover enthält.

Fazit:
Ein rohes, authentisches Werk deutschen Schwarzmetalls aus dem Untergrund. Diese CD enthält bis auf die Beiträge zu diversen Splits mit den beiden Demos und dem Voll-Album alle bisherigen (alleinigen) Werke der Band. Aktuell ist die Truppe wohl bei Narbentage Produktionen unter gekommen, was auf eine baldig folgende neue Veröffentlichung hoffen lässt. Die CD bekommt ihr bei dem Underground-Dealer eures Vertrauens, spontan kann ich Obscure Abhorrence und Wolfmond als Bezugsquellen nennen.

Authentischer deutscher Underground Black Metal der alten Schule. Wer die Werke noch nicht sein Eigen nennt, dürfte mit der CD mehr als gut bedient sein!


Darbietungen:
01. Intro
02. Aus dem Dunkel
03. Wesen der Nacht
04. Erlösung aus dem Sein
05. Christenpack verrecke
06. Zu Ehren der dunklen Königin
07. Outro
08. Intro
09. Heil der Schlacht
10. Dem Leben entsagt
11. Öffne die Pforten
12. Eines Nachts
13. Auf in den Kampf
14. Visionen von Schmerzen
15. Outro
16. Intro
17. Feuersturm
18. Endlose Stille
19. Engelszerstörung
20. Instrumental
21. Trauer, Krieg, Verzweiflung und Hass
22. Todessehnsucht
23. Ich hasse alles was lebt (GRABSCHÄNDER Cover)
24. Grabgesänge
25. Outro

Laufzeit: ca. 80 Minuten

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