Mittwoch, 18. Mai 2016

Review: Dødheimsgard - Kronet Til Konge (CD, Peaceville Records - 2015)

Das Debüt-Album der Norweger DØDHEIMSGARD aus dem Jahr 1995 erfuhr im letzten Jahr auch eine mehr als würdige Wieder-Veröffentlichung aus dem Hause Peaceville (die scheinen sich ja generell darauf spezialisiert zu haben, längst ausverkaufte, bei manchen bereits in vergessen geratene Kult-Schätze wieder zugänglich zu machen). Einerseits ist das natürlich eine tolle Sache, um dem Wucher entgegenzuwirken, der immer öfters mit Erstauflagen betrieben wird. Das ist einfach nur noch lächerlich. Zum anderen hat der Gedanke der Kommerzialisierung des Black Metal ebenso wenig mit eben diesem zu tun, wie Leute, die Platten einfach nur sammeln, um sich an ihnen bereichern zu können.


Gut, dies soll hier und jetzt aber auch nicht das Thema sein. Das Album "Kronet Til Konge" dürfte ja eigentlich jedem bekannt sein, der sich mit der Materie auseinandersetzt und vielleicht auch ein gewisses Faible für die Mitt-90er hat. Das Werk gehört einfach mit seinem Stil zwischen räudigem, nichtsdestotrotz aber hymnisch zelebrierten Schwarzmetall und norwegischer Folklore einfach in jede ernst zunehmende Sammlung. Das Digipak, welches dann neben dem Album auch noch eine zweite CD mit raren und bisher teils unveröffentlichten Rehearsals, sowie ein recht informatives Beiheft enthält.

Zur Aufmachung:
Ein edles, mehrfach ausklappbares Digipak mit dem Original-Cover, sowie der Songliste beider CDs auf der Rückseite. Durchgehend in schwarz gehalten, hinter der ersten CD mit einem Bandfoto versehen, hinter der zweiten CD verbirgt sich der Schriftzug 'Satanic Art', mittig einzelne Portraits der (damaligen) drei Mitglieder und das alte Logo, wie es auf dem Cover der "Promo 94"-Kassette aufgedruckt war. Der Mittelteil des Digis dient als Einleger und behaust das mehrseitige Beiheft, welches neben Texten auch Kommentare und Erinnerungen der Protagonisten Vicotnik, Aldrahn und Fenriz und rare Fotos enthält.

"Rehearsal 1994":
Die zweite CD beinhaltet wie der Titel schon sagt eine Rehearsal-Session, kommt also live aus dem Studio, was man auch deutlich durch die Ansagen und zwischenzeitlichen Kommentare hört. Rau und unverfälscht also, und daher genau mein Ding. Das ist in meinen Augen ähnlich stark wie die "To Elishia" von OPHTHALAMIA und reiht sich damit in die Liste der besten Rehearsal-Aufnahmen ein, die ich bisher gehört habe. Genau so muss Black Metal sein. Fertig!

Fazit:
Natürlich stellt sich hier mal wieder, wie bei jedem Re-Release alter Klassiker, ob man das unbedingt wirklich braucht. Die Frage stellte ich ja bereits bei der, von mir ebenfalls besprochenen Wiederveröffentlichung des MAYHEM-Klassikers "Live in Leipzig" auf, welche auf der zweiten CD zum ersten Mal eine offiziell lizenzierte Fassung von "Live in Zeitz" enthielt (zu lesen ist die Besprechung hier). Nun, Maniacs dürften dieses Album mit Sicherheit bereits länger ihr Eigen nennen und werden diese CD eher links liegen lassen. Black Metal-Jünger aber, die die alten Bands vielleicht eher nicht so kennen, sich aber vom alten Geist wollen inspirieren lassen, die sind mit diesem Doppel-Scheiben-Set mehr als gut bedient. Schon allein die zweite CD stellt eine absolute Aufwertung dar in meinen Augen und auch ein ernsthaftes Argument, welches einen Neukauf rechtfertigt. Die Neuveröffentlichung erfolgte auch auf Vinyl (diese enthält jedoch nicht den Rehearsal-Teil).

Zeitloser Klassiker in neuem Gewand mit hochwertigem Beiwerk - Kaufempfehlung!


Darbietungen:
1-01. Intro
1-02. Å slakte Gud
1-03. En krig å seire
1-04. Jesu blod
1-05. Midnattskogens sorte kjerne
1-06. Kuldeblest over evig isøde
1-07. Kronet til konge
1-08. Mournful, Yet and Forever
1-09. Når vi har dolket Guds hjerte
1-10. Starcave, Depths and Chained
1-11. When Heavens End

1-12. Outro
2-01. Når Vi Har Dolket Guds Hjerte
2-02. On Swords
2-03. Jesu Blod
2-04. Kuldeblest Over Evig Isode
2-05. Kronet Til Konge
2-06. Midnattskogens Sorte Kjerne
2-07. Starcave, Depths and Chained
2-08. Mournful, Yet and Forever
2-09. Å Slakte Gud


Laufzeit: ca. 105 Minuten

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