Donnerstag, 21. April 2016

Review: Sale Freux - Crèvecœur (CD, France d'Oil Productions - 2015)

Lange ist es her, seit dem sich ein Album aus der Feder des Franzosen Dunkel in diesen Reihen wiederfand. SALE FREUX haben ja in letzter Zeit wieder vermehrt Sachen veröffentlicht, von denen sich die aktuelleren Sachen auch noch in künftigen Rezensionen finden lassen werden.








Genau der einleitenden Worte. Wer meine vergangenen Rezensionen zu den Alben "Subterraneus" und "La Mélancolie des pennes" gelesen hat, wird wissen, dass ich diese beiden Werke mit zum besten zähle, was der französische Untergrund in den letzten 15-20 Jahren hervorgebracht hat. Hinzu gesellen sich da lediglich eine knappe Handvoll anderer Bands und Alben. Nun also nach dem letzten, ich möchte schon fast sagen, genialen Isolationisten-Epos "L'Exil" aus dem Jahr 2012 und einer wirklich als nihilistisch einzustufenden LP-Split mit dem unbekannten Projekt ZÉPÜLKR (ebenfalls aus Frankreich) mit dem Namen "Les Fables Immorales et Fuites Improbables de Crapefreux en Morterat" aus dem Jahr 2013, folgt nun das neue Album "Crèvecœur". Das Album aus dem letzten Jahr ist mal sehr atmosphärisch ausgefallen, bewegt sich stilistisch irgendwo zwischen Isolation, Melancholie, Verzweiflung und Dunkelheit. Die Instrumente sind gut gespielt, wirken nichtsdestotrotz aber rau und unbändig. Zusammen mit den Fotos im Beiheft entstehen so Bilder im Kopf des Hörers von endlosen Weiten, Wäldern, Feldern, Bergen... ein Gefühl von unberührter Natur und menschenloser Schönheit. Ein Isolationist scheint Herr Dunkel auch irgendwie zu sein, so wie es im Beiheft herüber kommt. Aber ich glaube, auch nur solche Menschen sind im Stande, solch' ergreifende Musik zu erschaffen.

Fazit:
SALE FREUX zeigen hier einmal mehr, dass man immer noch mit dem französischen Schwarzmetall rechnen muss, und dass dieser immer noch mehr als vital ist. Fernab politischer Ideologien und fernab von Mainstream, wie man es beides so oft aus diesem Land erfährt. Allerdings wird "Crèvecœur" bei weitem nicht jedem gefallen, da gerade auch der sehr eigenwillige Gesang von Dunkel, der sehr gekrächzt und wütend keifend präsentiert wird, wohl manche eher abschrecken wird. Das ist alles andere als eingänglich oder leicht konsumierbar. Man muss sich auf dieses Werk einlassen, sich mit ihm beschäftigen, um ihm etwas abgewinnen zu können. Das Album ist direkt über das Label France d'Oil Productions erhältlich, die paar Euronnen Versand aus Frankreich sollte man also ruhigen Gewissens investieren.

Ein emotionales Black Metal-Album, welches sich vor allem an diejenigen richtet, die die Musik nicht nur hören, sondern auch fühlen - Sehr zu empfehlen!


Darbietungen:
01. La pluie du matin réjouit le pèlerin
02. Sois ton propre oiseau
03. Irancy
04. Les jours sans
05. Drache
06. Octobre
07. Crèvecœur
08. Vesper, ce dernier soir où je me noircirai comme un corbeau
09. La pluie du soir séduit le cafard


Laufzeit: ca. 67 Minuten

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