Mittwoch, 30. März 2016

Review: Vile Elegy - Der Narrheit großer Sieg (CD, Eigenproduktion - 2012)

Bei VILE ELEGY handelt es sich um ein Solo-Projekt des Protagonisten Janus Vile, der sich neben der Musik auch der Schreiberei widmet. So dient dieses Projekt wohl in erster Linie auch lediglich der Vertonung einiger seiner Texte. Viele Details zur diesem Projekt lassen sich nicht finden, auf der Hülle und im Beiheft sind auch lediglich ein paar Kontaktdaten und ein kurzer Text zur Intention sowie eine Danksagung hinterlegt. Lyrics gibt es keine, dafür aber einen Internet-Verweis, wo man sie nachlesen kann.





Zugegeben ist "Der Narrheit großer Sieg", bisher einziges Erzeugnis des Projekts VILE ELEGY soweit ich informiert bin (denn wie gesagt, existieren keine großartigen Informationen zur Band), bereits etwas älteren Datums. Die Tatsache jedoch, dass es sich hier um ein lokales Projekt aus Dortmund handelt und dass ich über Umwege vor einer Weile an diese CD gekommen bin, haben mich dann doch dazu verleitet, mal etwas hierzu zu schreiben. Natürlich ist bei solch' einem eher rein künstlerischem Machwerk immer die Frage da, ob man es überhaupt objektiv bewerten sollte, da hier ja doch immer noch eine andere Intention hinter steckt, als bei Band XY, die unter einem Majorlabel veröffentlicht. Die Antwort ist für mich im Grunde aber einfach: der Protagonist hat etwas veröffentlicht, auf welchem Wege auch immer und bei einer Auflage von 500 Stück (soweit meine Information stimmt) kann es auch schon einmal vorkommen, dass das Werk einer breiteren Masse bekannt wird. Zumindest für Underground-Verhältnisse.

Zu der Faktenlage: VILE ELEGY's "Der Narrheit großer Sieg" beschreibt sich selbst als atmosphärischer depressive Rock / Black Metal. Das stimmt allerdings nur teilweise. Während ich bei solchen Beschreibungen generell schon das Schlimmste befürchte, verhält es sich hier doch so, dass zwar eine depressive Grundstimmung vorhanden ist, gerade der Gesang sich aber eher an anderen atmosphärischen Untergrund-Kapellen Marke Pestheim und co. orientiert. Die Instrumente sind generell schon dem Black Metal zuzuordnen, legen aber auch des öfteren einen Schuss Post Rock / Punk an den Tag. Auch einige Einflüsse aus dem Gothic und Industrial lassen sich ausmachen. Das einzige, was mal wieder nervt, ist der meist doch sehr künstlich wirkende Drum-Computer. Die Texte behandeln weniger Schwarzmetall-typische Themen, ein gewisser Hang zur Dunkelheit, Satanismus und Okkultismus ist aber erkennbar, spielt aber nur eine untergeordnete Rolle - vielmehr geht es hier um eher persönliche Dinge, die eigene Dunkelheit der Seele, Drogen, morbide Dinge, Misanthropie, aber auch ein Quäntchen Philanthropie und urbane Dystopie. Immer auf eine Weise mit poetischem Anspruch dargebracht. Das Album teilt sich in zwei Kapitel auf, wobei die ersten sechs Lieder Kapitel eins abdecken, während die letzten sechs Kapitel zwei darstellen. Einen musikalischen Unterschied gibt es nicht, nur sind die letzten sechs Lieder allesamt in deutscher Sprache verfasst (bis auf "Chapter II", "Interlude" und "Nocturnal Elegy", welche Instrumentale darstellen).

Fazit:
Was bei "Der Narrheit großer Sieg" unter'm Strich bleibt, ist ein Dark Metal-Machwerk aus der Feder eines sich selbst finanzierenden Underground-Projekts, bei dem es nicht um Verkaufszahlen, sondern um subjektive emotionale Empfindungen geht. Daher ist eine wirklich objektive Bewertung auch schlecht möglich. Rein musikalisch muss ich schon sagen, dass ich mir hier eigentlich nichts Großartiges versprochen habe und vielleicht auch deshalb angenehm überrascht bin. Gerade das Gitarrenspiel gefällt mir sehr gut und erinnert mich in Verbindung mit dem Gesang in den besten Momenten doch sehr an den Krieger M.h. Frost von Pestheim aus Ennepetal. Es handelt sich hier also alles andere um eine astreine Produktion und technisch einwandfreie Spielereien, sondern um ein von Grund auf authentisches Amateur-Projekt, was weniger die Ambitionen hat, auf irgendeiner (BM-)Welle mit zu schwimmen, als viel mehr seine düsteren Botschaften zu verbreiten. Wie bereits erwähnt, ist meine Information, dass das Werk auf 500 Exemplare limitiert ist (nicht nummeriert). Bestellungen könnt ihr unter der offiziellen Heimseite des Projekts in Auftrag geben oder diese direkt an Janus Vile entrichten. Ich gebe allerdings keine Gewähr, dass die CD wirklich noch erhältlich ist. Anbei noch einen Dank und Gruß an T.R., der mir sein Exemplar für diese Rezension zur Verfügung gestellt hat.

Sollte man sich selbst anhören und sich danach selbst ein Urteil zu bilden.


Darbietungen:
01. Nemesis
02. Crown of Thorns
03. The Spirit of Man
04. Crown of Creation
05. LSD
06. In the Name of...
07. Chapter II
08. Der Narrheit großer Sieg
09. Interlude
10. Tanz der Vampyre
11. Ein Trugbild voll der Herrlichkeit
12. Nocturnal Elegy

Laufzeit: ca. 52 Minuten

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