Dienstag, 8. März 2016

Review: Krater - Urere (CD, Eisenwald - 2016)

Ich kenne die Band Krater noch aus Tagen, als sie ihre erste Demo-CD "Stolz schürt uns're Kraft" veröffentlichten. Dieser nihilistische Minimalismus faszinierte mich schon damals. Seither habe ich noch jedes ihrer Werke in verschiedenen Formaten in meine Sammlung mit aufgenommen. Es versteht sich von selbst, dass die Musik heute nicht mehr viel mit den doch recht brachialen und manchmal auch unbeholfen wirkenden Anfängen zu tun hat. Diese Band machte auch tatsächlich kontinuierlich auf jedem Demo, jeder EP und jeder Split eine kleine Entwicklung durch.




Was uns letztlich zu dem hier vorliegenden Werk führt. "Urere" wird als kraftvoller Black Metal mit Einflüssen aus dem Death und Anleihen an den Doom Metal beschrieben. Das stimmt allerdings nur teilweise. In erster Linie ist das Album pure Kraft. Schwarze Magie. Verachtung. Hass und Wut. Instrumental gesehen gibt es dann aber auch durchaus einige Details zu entdecken, die an melodischen Death oder epischen Doom denken lassen. Der vielfältige Gesang von Abortio weiß ebenso zu überzeugen, klingt manchmal gar Totenmond-like ("Non Serviam"). Manchmal erinnert das Ganze aber auch an technisch versierte Sachen wie Kathaaria oder auch Deathgate Arkanum. Das ist aber auch schon das einzige, was man an dem Silberling bemängeln könnte: nämlich, dass die hier zelebrierte Musik nun wirklich nichts Neues ist. Das ist aber meckern auf allerhöchstem Niveau, denn wie schon gesagt, ist man in gesanglicher Hinsicht über allem erhaben und auch instrumental gibt man sich hier derart macht- und kraftvoll, dass es eine wahre Freude ist. Auch die vielen Details und melodiösen Gitarrenspiele sorgen dafür, dass es hier zu keiner Sekunde langweilig wird und man dieser Band einfach nur gebannt lauschen möchte. Textlich gesehen wird auch eine breite Spanne an Themen angesprochen. Die Verlogenheit der Menschen als Gesellschaft, die Verzweiflung des Individuums, ein wütender Aufschrei und auch mit der eigenen Vergangenheit (Stichwort: Christhunt-Veröffentlichungen) scheinen sich die Herren auseinanderzusetzen, zumindest könnte man einzelne Textfrakmente dahingehend interpretieren. Krater waren halt nie eine national-sozialistisch eingestellte Band, aber auch immer alles andere als politisch korrekt, wie es heutzutage so schön heißt - da macht man mit diesem Album auch keine Ausnahme. Doch man macht auch definitiv deutlich, dass man nicht mehr mit der rechts-außen-Szene des Black Metal in Verbindung gebracht werden will.

Fazit:
Mit "Urere" haben Krater es nicht nur geschafft, mich absolut in ihren Bann zu ziehen, nein. Bei diesem Werk hatte ich mal wieder ein Erlebnis, was ich in dieser krassen Form schon längere Zeit nicht mehr hatte: noch nicht einmal, dass die Einleitung komplett verklungen ist, musste ich das Album ordern - der weitere Verlauf des Albums bestätigte den Eindruck und das absolut geniale, für Gänsehaut sorgende "Dust - Still Alive in That Place", welches mit wunderschönen, traurig-melancholischen Samples aus dem Film "Die Grauzone" unterlegt ist, gibt einem einfach den Rest. So stellt "Urere" alles andere als einen Fehlkauf dar. Die CD kommt im Digipak und kann vorzugsweise im Online-Shop der Eisenwald oder auch direkt über die offizielle Seite der Band bestellt werden.

Gehört definitiv zu meinen Top 5 der besten deutschen Alben der letzten zwei bis drei Jahre!


Darbietungen:
01. Initiation
02. Non Serviam
03. Bury the Light
04. Flammen im Vakuum
05. Anti-Vists
06. Vexillum Luciferi
07. Hunger of Ropes
08. Nerven-Gift
09. Lust to Burn
10. Dust - Still Alive in That Place

Laufzeit: ca. 45 Minuten

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