Freitag, 11. März 2016

Review: Froststarr - Essenz (CD, Eigenproduktion - 2015)

Das Duo Froststarr aus Halle an der Saale präsentiert mit "Essenz" ihr Debüt-Album, nachdem man im Jahre 2011 bereits eine Demo-CD unter's Volk brachte. Die beiden Protagonisten Natt und Yuggoth sind dabei keine wirklichen Unbekannten und dem einen oder anderen bereits durch ihr Wirken in der Band Vargsblod bekannt, die bereits mit Bands wie Apathie oder Krater auf der Bühne standen.







Dass die beiden Mannen einen gewissen Bezug zu den Werken von H.P. Lovecraft haben, wird nicht erst bei der Sichtung der Texte, sondern bereits bei den Pseudonymen deutlich. Titel wie bspw. "Yig" sind da ebenfalls unmissverständlich. Aber auch im umfangreichen Beiheft werden illustrierte Bezüge genommen und Texte wie "Hetzjagd" oder "Leben" scheinen sich nicht nur auf die Werke, sondern auch auf die real existierende Person zu beziehen. Doch neben diesen Einflüssen haben Froststarr natürlich noch andere, typische Black Metal-Thematiken mit an Bord. Bei der Musik lässt man sich ebenfalls nicht lumpen und zelebriert daher räudigen Schwarzmetall in Reinkultur, allerdings mit künstlichem Schlagwerk, was hier und da die Stimmung ein wenig trübt. Jedoch muss ich sagen, dass hier eine sehr gute Leistung abgeliefert wurde: selten habe ich so einen gut programmierten Drum-Computer gehört, passagenweise hört man zwar die Konserve heraus, doch meist gelingt es, einen authentischen Eindruck zu vermitteln. Da mag vielleicht auch an der Live-Erfahrung des Herrn Yuggoth liegen. Atmosphärisch kann mich sich eigentlich nicht beklagen: es geht mal erhaben und gewissermaßen episch zur Sache, dann gibt man sich wieder eher schnell, rau und rotzig. Etwas ambient wird es beim Stück "Leere", was allerdings auch nicht weiter verwunderlich ist, interpretiert man doch das Stück "Tomhet" aus der Feder von Burzum. Dass die Band sich dabei jedoch selbst nicht allzu bierernst nimmt, lässt man an Stücken wie "My Metal Is Blacker Than Your Asshole" oder Äußerungen wie "Plakativ und klischeebehaftet seit 2010" erkennen, was dem einen oder anderen vielleicht doch zu unseriös erscheinen mag. Doch das ändert nichts daran, dass hier zwei Vollblut-Musiker am Werk sind, die mit hörbarer Hingabe bei der Sache sind.

Fazit:
"Essenz" ist ein Album, welches vielleicht nicht bei jedem auf Gegenliebe stoßen wird, aber auch gar nicht erst versucht, jedem zu gefallen. Die eigene Beschreibung der Musik "Black Metal zwischen Kotze und Erhabenheit" passt dabei wie die Faust aufs Auge. Die einzelnen Stücke sind überraschend individuell gehalten und weisen eine erfrischende Freidenker-Attitüde auf, die sich wohltuend von dem Einheitsbrei abhebt. Musikalisch gesehen hat das Ganze zwar ziemliche Ecken und Kanten und ist alles andere als sauber produziert - doch mal im Ernst: Who cares?! Die CD kommt als Pro-CDr im hand-signierten Digipak und kann für 10,- Euronnen direkt über die Band (info@froststarr.de) bestellt werden, auf der offiziellen Heimseite lassen sich auch die Demo-CD, sowie die beiden Vargsblod-Veröffentlichungen bestellen. Aktuelle Neuigkeiten gibt es über das Visagenbuch-Profil des Duos. Als weitere Empfehlung sei hier noch ein aufgezeichnetes Konzert der Horde erwähnt!

Raw German Underground it meant to be!


Darbietungen:
01. Frostwärts!
02. Winterstarre
03. Yig
04. Gottlos und stolz
05. Hetzjagd
06. Mein Wille
07. Leere (Burzum)
08. My Metal Is Blacker Than Your Asshole
09. Nach Norden
10. 4-13-20
11. Leben

Laufzeit: ca. 68 Minuten

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