Donnerstag, 31. März 2016

Review: Depicting Abysm - Passage (CD, Naturmacht Productions - 2016)

Das Duo DEPICTING ABYSM aus Russland präsentiert mit "Passage" auch bereits sein zweites Voll-Album, wobei das erste "Immersion" ebenfalls 2013 unter dem Banner der deutschen Schmiede Naturmacht veröffentlicht wurde. Allerdings ist mir dieses nicht bekannt, womit ich also auch keine Vergleiche zwischen den Werken anstellen kann, was Weiterentwicklung und Qualität anbelangt.





Es wird aber definitiv melancholisch. Wobei... eigentlich würde ich sogar noch einen Schritt weiter gehen und das Werk der Russen als zutiefst pessimistisch und depressiv bezeichnen. Bereits beim über 11-müntigen Opener "Shelter" schwingt eine gewisse todessehnsüchtige Atmosphäre mit, dass DEPICTING ABYSM die Traurigkeit gepachtet zu haben scheinen. Endlich mal wieder ein Werk depressiven Black Metals, welches seinem Namen alle Ehre macht. Die Instrumente sind gnadenlos, präsentieren sich sehr getragen, wobei die Geschwindigkeit immer einen Ticken langsamer zu werden scheint (was jedoch nur ein subjektiver Eindruck bleibt). Der Gesang ist als gelungen zu bezeichnen, vermag er es doch, verschiedene Stimmungen einzufangen, kommt mal verzweifelt geschrien, mal in klarer Form daher. So ein wenig erinnert mich das Ganze mit seinen gelegentlichen Anleihen an den Doom auch an das deutsche Projekt Sterbeklang (gibt es das eigentlich noch?), welches ich eigentlich auch noch als recht solide in Erinnerung habe. Allerdings merkt man mit zunehmender Spielzeit doch, dass hier insgesamt zu wenig geboten wird - dabei bemühen sich die beiden Herren redlich um Abwechslung, schaffen es in meinen Augen jedoch auch nicht gänzlich, über die zu eng gesteckten Grenzen dieses speziellen Sub-Genres hinauszutreten. So wirkt dann vieles doch irgendwie in die Länge gezogen und eine Spur zu monoton, wobei man hier sagen muss, dass wenn man gerade denkt, dass es zu monoton wird, man doch wieder überrascht wird durch einen Tempowechsel oder anderen Gesang. Wirklich hervorstechend sind aber lediglich die beiden letzten Lieder "Gathering", welches mit Streichern unterlegt ist und "Unity", welches eine schnellere Gangart anschlägt und dabei genauso, wenn nicht gar noch düsterer und depressiver wirkt. Dieser Eindruck wird durch das abrupte Ende noch verstärkt.

Fazit:
DEPICTING ABYSM's neues Album teilt in meinen Augen leider das Schicksal von vielen anderen Depressive Black Metal-Werken: zu viele Längen, zu wenig Abwechslung. Man bemüht sich zwar, das merkt man, und "Passage" wird mit Sicherheit seine Hörer- und Anhängerschaft finden, aber für mich persönlich ist es einfach nur ermüdend mit der Zeit, da sich dieses Muster in der Musik von Song zu Song einfach nur wiederholt. Wirklich interessant hingegen ist das Lied "Gathering", welches durch seine Streicher zu überzeugen weiß. Die CD erscheint am 2. April 2016 und kann bereits im Online-Shop von Naturmacht Productions vorbestellt werden.

Allen Anhängern des DSBM zu empfehlen, alle anderen können ruhig mal ein Ohr riskieren.


Darbietungen:
01. Shelter
02. Shadow
03. Disbelief
04. Gathering
05. Unity

Laufzeit: ca. 47 Minuten

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