Montag, 1. Februar 2016

Review: Natanas - Eram nunquam amicum vestrum (Digitales Album - 2016)

Hinter dem obskuren Namen verbirgt sich ein Ein-Mann-Projekt aus Amiland, welches sich dem Black/Doom Metal verschworen hat. Gründung war im Jahr 2013, ein Jahr später folgte dann das erste Release in Form eines vollständigen Albums und seit letztem Monat, also knapp zwei Jahre später, liegt nun das mittlerweile 13. Album der Band vor. Neben einer Hand voll Splits, EPs und Singles kam da sonst auch nichts mehr... Nun, so weit, so gut... oder doch nicht?






Ich muss schon eingestehen: ich habe Respekt dem Mann gegenüber. Ganz allein. Im verschneiten Wald. Die E-Gitarre im Anschlag. Weit und breit keine Stormquelle auszumachen. Und trotzdem hat er quasi im Alleingang das bereits 13. vollwertige Album eingehämmert. Hut ab. Kann nicht jeder. Doch mal im Ernst... dieses Posertum ging mir schon anno Immortal ziemlich auf die Eier. Klar, haben jetzt nicht nur die Norweger praktiziert. Aber sie haben die Verbindung von unberührter Natur und elektrischen Instrumenten damals auf die Spitze getrieben. Wer kann denn bitteschön so etwas wirklich ernst nehmen?

Aber zurück: Da steht unser Männlein also im Walde. Irgendwoher hat man sich dann auch noch einen schlechten Drumcomputer besorgt und schon ist es auch fertig. Das Black Metal-Meisterwerk. Immerhin benutzt man dann und wann auch Akustikgitarren wie bei (und bevor ihr fragt: ja, der Titel heißt wirklich so) "Ficken kolossalen Totalausfall" (kein Witz), sowie ein paar Samples und Verzerrungen. Das ist alles nicht wirklich spektakulär und auch sonst tut sich hier nicht viel mehr als Langeweile auf. Es gibt zwar dann und wann mal Passagen, die einen dann doch aufhorchen lassen, aber dann jetzt wieder dieser grässliche Drumcomputer ein... der Gesang ist Geschmackssache - orientiert er sich doch eher an depressiveren Vertretern des Genres, wirkt zeitgleich aber auch etwas düster-okkult. Der Name ist übrigens ein Zusammenspiel aus dem Vornamen des Protagonisten und dem Herrn der Finsternis. Wenn das mal nix ist...

Fazit:
Ich kenne einige Leute, die hier direkt laut "IST DOCH SCHEIßE!" schreien würden. Ich für meinen Teil sage: Leute, ihr habt recht, aber ich habe schon wesentlich schlechteres vernommen. Necrosadik beispielsweise. Oder Princeps Daemonum. Allerdings ist Natanas auch nicht allzu weit von deren untergründiger Qualität (was keinesfalls positiv zu werten ist) entfernt. Dass das Album es neben einer kostenfreien digitalen Fassung auch zu einer CD-Pressung auf Cvlminis / Rigorism Productions aus Russland (die veröffentlichen ja WIRKLICH ALLES) geschafft hat, spricht wirklich Bände. Wer Interesse an der CD hat (Pro CDr, limitiert auf 20 Stück), sollte sein Glück einmal im Online-Angebot von Rigorism Productions versuchen. Leute, die sich mit der digitalen Version zufrieden geben, werden auf dem Bandcamp-Profil der Band fündig.

1.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Operae Nostrae Vicaria Cruenti
02. Nunc Scitis Quales
03. Knulle Dette Livet
04. Ficken Kolossalen Totalausfall
05. Omnia Quisquiliae
06. Iythopoth
07. Est Vita Mea Stercore
08. Insania Vocantem
09. Eram Numquam Amicum Vestrum
10. Uterque Proicit Ampullas


Laufzeit: ca. 79 Minuten

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