Samstag, 6. Februar 2016

Review: Foret D'Orient - Venetia (Digitales Album, Visionaire Records - 2016)

Gestern erschien das hier vorliegende erste Album der Italiener Foret D'Orient. Ursprünglich in Eigenregie im Jahre 2015 auf CD veröffentlicht, hat die Band nun einen Vertrag mit dem Label Visionaire Records und im Zuge dessen wurde das bisher einzige Voll-Album nun als digitale Version neu veröffentlicht.








Der Stil von Foret D'Orient wird im Promo-Text mit 'Atmospheric Black Metal' umschrieben, was ja bekanntlich so ziemlich alles bedeuten kann. Man orientiert sich an historischen Vorlagen und scheint dies auch in den Texten zu behandeln. Dies kann ich jedoch nicht beurteilen, da mir die Texte nicht vorliegen. "Venetia" hält insgesamt sieben Lieder bereit, inklusive eines Intros. Stilistisch bewegt sich das ganze in instrumentaler Hinsicht in eine sehr symphonische Richtung, gesanglich dürften wohl eher alte Klassiker des atmosphärischen Doom/Death/Gothic Metals Pate gestanden haben - so dominiert hier weitestgehend ein eher donnernder Brüll-Gesang, typische Black Metal-Schreigesänge klingen hingegen eher selten durch (besonders hervorzuheben wäre hier der Song "Sogno de Vis". Insgesamt klingt "Venetia" aber irgendwie typisch nach Italien. Musikalisch kommen einem Vergleiche zu Opera IX in den Sinn, aber auch gewisse Parallelen zu der recht eigenwilligen Band Evol lassen sich erkennen. Wer indes einige männliche Gesangspassagen wiedererkennt, dem sei gesagt, dass hier der Protagonist von Fearbringer bei einigen Liedern ausgeholfen hat.

Fazit:
In wie weit eine digitale Neuveröffentlichung eines bereits seit einem Jahr auf physischem Medium erhältlichen Albums überhaupt Sinn macht, oder ob es überhaupt Sinn macht sei mal dahingestellt. Für den Blog bin ich natürlich für jede Review-Möglichkeit, ob digital oder analog, dankbar, aber ich als Sammler würde beim Kauf immer eine CD/LP oder ein Tape vorziehen. Fakt ist aber, dass der Band dadurch mit Sicherheit einiges mehr an Aufmerksamkeit zuteil werden wird. Und das auch zu recht, wie ich finde. "Venetia" klingt für ein erstes Voll-Album, dem lediglich eine EP-Veröffentlichung vorausging, sehr stimmig und ausgereift. Ein Mix aus Symphonic Black mit Gothic Metal-Anleihen und klassischen Einflüssen, die gar einen Vergleich mit den ersten Haggard würdig sind. Ich kann das Album also nur weiterempfehlen, sofern ihr euch auf diesen Mix einlassen könnt (ich möchte betonen, dass es sich hier um eines von vielleicht noch nicht einmal einer Hand voll Symphonic Black Metal-Alben handelt, die ich in letzter Zeit komplett durchgehört habe!). Das Album könnt ihr euch auf der Bandcamp-Seite von Visionaire Records für 5,- Euronnen herunterladen. Die CD könnt ihr direkt über die Band unter foretdorient@libero.it zu beziehen, sofern noch Exemplare vorhanden sind.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Sacrum Militare Oratorium
02. A Reitia
03. Dal Mare alla Terra - Adhuc Viventi
04. Lepanto
05. Sogno de Vis
06. Dominio da Mar
07. Adagio in Sol Minore


Laufzeit: ca. 33 Minuten

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