Sonntag, 24. Januar 2016

Review: Tötenwolf - Fullmoon Bastärds (MC, Eigenproduktion - 2015)

Wieder einmal hatte ich die letzten Wochen kaum Gelegenheit, mich wirklich mal an eine Rezension zu setzen - dabei stapeln sich wieder die ein oder andere würdige Veröffentlichung bei mir. Das erste Tape der Horde Tötenwolf aus Spanien, die einen räudigen Mix aus Blackened Heavy, Doom Metal und Punk zelebrieren liegt nun auch schon seit einiger Zeit bei mir auf dem Tisch.








Bei "Fullmoon Bastärds" handelt es sich um eine Veröffentlichung in Eigenregie. Ich erwähne das hauptsächlich deshalb, um der Qualität dieses Releases Rechnung zu tragen. Denn hier hat man nicht einfach mal eben eine Kassette veröffentlicht, sondern diese kommt auch mit einem professionellen Cover daher, zudem ist das Tape selbst nicht etwa ein bloßer Rohling, sondern eine bedruckte Werkskassette. Edel, edel. Das Ganze kommt in einer VHS-Hülle daher, welche noch einen Patch aus Leder ("Fullmoon Bastärds" Logo), ein Poster, sowie einen Pseudo-Flyer und sonstiges Werbematerial wie ein ausklappbares "Fullmoon Bastärds" Comic-Cover enthält. Hier wird auch die Detailverliebtheit der Kombo deutlich: schon allein die Gestaltung des VHS-Covers und die Inhaltsangabe auf der Rückseite lassen an gute alte 80er Horror-Streifen erinnern und ist somit wohl als Hommage an eben jene zu deuten. Das Tape-Cover erinnert von seinem Stil her an wohlige 60er/70er Grusler, wie sie vornehmlich aus dem britischen Raum zu kommen pflegten. Das Comic-Cover hingegen lässt an die Reihe "Tales of Fear" aus den 50ern oder besser auch "Tales from the Crypt" denken. Das ist einfach geballte Jugend-Nostalgie pur.

Aber lasst mich zum wichtigsten Teil der Veröffentlichung kommen: der Musik. Die Titel sind in eine Art Horror-Anthologie zusammengefasst. Die Grundstory handelt von fünf Fremden (die Band), die durch alte Katakomben streifen. Dort treffen sie einen ominösen Mann, der ihnen sieben Geschichten erzählt... hört sich in der Tat wie aus einem alten Horror-Schinken an. Die Titel sprechen auch eine deutliche Sprache: "Fullmoon Bastärds", "A Gang ov Bloodsuckerz", "Sex Blood & Metalpvnk" oder "Covens of London" etwa. Inhaltlich geht es um Horror und okkulte Themen - Vampire, Werwölfe, Hexensabbate, Rituale. Das alles erinnert dann auch nicht nur stilistisch an alte Misfits, die auf Iron Maiden und Black Sabbath treffen und zusammen mit Venom und Coven (!) ein Ständchen vortragen, sondern ist zudem auch handwerklich sehr gut und vor allem authentisch und mit hörbarer Hingabe umgesetzt.

Fazit:
Tötenwolf ist hier ein mehr als solider Einstand gelungen. Für ein erstes Lebenszeichen in Form einer 'einfachen' Demo, kommt dieses Release erstaunlich professionell daher. Wichtiger noch als die Aufmachung ist aber die Tatsache, dass Tötenwolf es tatsächlich schaffen, etwas aus diesem (wie ich finde) ziemlich abgenudelten Genres des Heavy/Thrash/Punk-Gedöns zu machen... das meiste, was ich aus der Sparte kenne, ist einfach nur langweilig - hier ist es anders, da die Band auch viel mit anderen Einflüssen spielt. So kommen im Stück "A Gang ov Bloodsuckerz" auch Orgeln zum Einsatz, die zusammen mit dem recht harschen Gesang eine schaurige Black Metal-Atmosphäre erzeugen. Das Box-Set ist auf 50 hand-nummerierte Exemplare limitiert, enthält einen exklusiven Bonus Song, der auf späteren Auflagen nicht mehr enthalten sein wird und ist direkt über die Bandcamp-Seite der Truppe zu beziehen (für schlappe 10,- Euronnen, exklusive Versand). Absoluter Geheimtipp!

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Channelling
A-02. 650
A-03. Fullmoon Bastärds
A-04. Thevrgia
A-05. A Gang ov Bloodsuckerz
B-06. Sex Blood & Metalpvnk
B-07. Covens ov London
B-08. Hematodixia
B-09. Un Dia en Texas (Parálisis Permanente Cover)

Laufzeit: ca. 20 Minuten

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