Dienstag, 26. Januar 2016

Review: Old Man of the Desert - Reversal (Digitales Album - 2016)

Auf meiner ständigen Suche nach neuen Eindrücken, bin ich im weltweiten Netz jüngst über dieses im Jahr 2013 gegründete Projekt aus Russland gestoßen. Es handelt sich hier um ein Solo-Ding des Herren S.A. (keine Sorge, die Initialen haben nichts Politisches, sondern stehen einfach nur für den realen Namen des Protagonisten - aber vielleicht soll es ja auch provozieren in der Form, wer weiß das schon).







"Reversal" stellt auch den neuesten Auswurf von Old Man of the Desert dar. Immerhin war man von der Gründung bis heute nicht unproduktiv. So kann man bereits vier Demos, zwei Splits und diese EP aufweisen - zudem hatte sich ein kleines Label der Ein-Mann-Kapelle angenommen und eine Compilation in CD-Form zusammengestellt, welche so ziemlich die gesamte Demo-Ära bis dahin abdeckte. Bei dieser digitalen EP handelt es sich um - man erahnt es vielleicht bereits anhand des Titels - Neuinterpretationen von zwei älteren Liedern, die der Demo "MMXV" entnommen wurden. Das Besondere daran: die Lieder sind rein instrumentaler Natur, also komplett ohne Gesang. Und was soll ich sagen? Es geht tatsächlich auch ohne. Der Black Metal, der hier zelebriert wird, ist sehr atmosphärischer Natur, kommt aber durchweg ohne viel Bombast und ohne Tasteninstrumente aus. Durchaus begrüßenswert. Ein klein wenig Post Rock, sowie Einflüsse aus dem Shoegaze lassen sich hier ebenso ausmachen, etwas progressiv darf es auch ruhig schon einmal werden. Der reine Black Metal-Anteil ist aber stets dominant und erinnert an die besten BM-Momente im zweiten Alcest-Werk "Écailles de lune".

Fazit:
Ein durchaus ambitioniertes moskauer Projekt. Atmosphärisch, ein Gefühl von Sehnsucht versprühend, versteht es die Musik einen in seinen Bann zu ziehen. "Reversal" und auch Old Man of the Desert muss sich in keinster Weise vor Genre-Größen verstecken. Klar, das Ganze ist noch ausbaufähig, aber dafür, dass keine großes Label hinter solch einer Produktion steckt, ist das mehr als nur ordentlich! Die EP, sowie alle weiteren Demos, die Beiträge der Splits und die Compilation könnt ihr euch in digitaler Form auf der Bandcamp-Seite herunterladen. Kostenlos. Ein Support in Form einer kleinen Spende wäre hier aber auch durchaus angebracht.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Part I
02. Part II

Laufzeit: ca. 22 Minuten

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