Sonntag, 13. Dezember 2015

Review: Runenwacht - Des Goden Werk (CD, Wolfmond Production - 2015)

Das nunmehr dritte Album der deutschen Underground-Horde Runenwacht wurde im Oktober diesen Jahres veröffentlicht. Wieder einmal in den Blasphemy Halls eingehämmert und dieses Mal auch gänzlich unter dem Label Wolfmond Production veröffentlicht. Und die vier Mannen, so viel kann schon einmal verraten werden, liefern hier ihr bisher bestes Werk ab.






Ja, es stimmt: "Des Goden Werk" mutet anders an als seine Vorgänger. Vor allem im direkten Vergleich zu seinem Vorgänger fällt eine leichte Stilwandlung der Band auf. Wobei hier eigentlich nicht von einer wirklichen Wandlung gesprochen werden kann. In dem aktuellen Werk treten lediglich mehr Eindrücke in den Vordergrund. So paart sich zu dem harschen, recht militanten Black Metal Stil der Band, den sie ja bereits auf ihrer Debüt-EP "Schrei des Hasses" inne hatten, und auf ihrem letzten Album regelrecht verinnerlicht hatten, noch ein gewisser Pagan-Einschlag hinzu. Dieser Mix aus brachialem Menschenhass und fast schon hymnischen Sphären (die jedoch nicht mithilfe von Tasten erzeugt werden, meine Herrschaften! Es handelt sich hier schließlich um Schwarzmetall im ursprünglichen, primitiven Sinne) erinnert nicht selten an das Schaffen solcher Bands wie Heimdalls Wacht, The Martyrium (ist ja quasi die selbe Gruppe), Hati (kennt die noch jemand?), Forgotten Darkness (R.I.P.) oder vereinzelt auch an Lieder von Absurd ab ihrem Album "Totenlieder". Besonders gut rüber kommen diese Bezüge in Liedern "Der alte Baum", "Goldner Hirsch und Goldner Löwe" oder bei "Heidnisches Bollwerk".  Dazu passend gesellt sich angemessene Produktion, die hörbar besser ist, als bei den Vorgängern und viel zu der nötigen Kälte auf dem Album beiträgt. Spielerisch hat man sich auch weiterentwickelt und präsentiert so auch nicht unbedingt das gefühlte zum x-ten Male gehörte Riffgewitter. Dabei fallen einem hier und da doch mal Passagen auf, die man zu kennen glaubt, aber ich denke, dass lässt sich heutzutage auch einfach nicht mehr vermeiden bei dieser schieren Masse an Bands. Alles ist doch irgendwie schon einmal da gewesen. Zudem haben Runenwacht immer mal wieder nett anzuhörende Details mit in ihre Songstrukturen eingebaut, so dass man hier auch getrost von einer gewissen Eigenständigkeit sprechen kann, welche das Album enorm aufwertet.

Fazit:
So ist "Des Goden Werk" vielleicht auch nicht gerade innovativ, dafür aber authentisch und hörbar mit Herzblut vorgetragen. Das ist Schwarzmetall, so wie er sein sollte. Misanthropisch, kalt, machtvoll und erhaben. Dem Menschen überlegen und gleichzeitig eine nicht gekünstelt wirkende Ode an die Dunkelheit, die Natur und den Tod. Das gewisse Etwas ist hier einfach vorhanden. Man bemüht sich auch hörbar um Eigenständigkeit. Einen Innovationspreis wird das Album trotzdem nicht einfahren. Erwartet aber auch keiner ernsthaft von solch einem Werk, also kein Grund rum zuheulen. "Des Goden Werk" ist eine Scheibe, die indes genau das hält, was sie verspricht: guten authentischen deutschen heidnischen Underground Black Metal. Nicht mehr, nicht weniger. Die CD kommt als Pro-CDr im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft auf doppelseitigem Fotopapier.
Während der Vorgänger noch auf 200 Stück limitiert war, ist der aktuelle Auswurf der Truppe auf gerade einmal 100 Exemplare begrenzt (natürlich hand-nummeriert). Bestellungen gehen entweder direkt an die Band unter order.runen.wacht@gmx.de oder an Wolfmond Production.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Der alte Baum
02. Des Goden Werk
03. Goldner Hirsch und goldner Löwe
04. Heidnisches Bollwerk
05. Weltenende
06. Eberkopf
07. Das Opfer
08. Des Waldes geistiger Hauch

Laufzeit: ca. 34 Minuten

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