Sonntag, 20. Dezember 2015

Review: Ekstasis - Wirklichkeitsraster (CD, Geisterasche Organisation - 2015)

Kürzlich ist dieses Debüt-Werk der deutschen Formation Ekstasis erschienen. Die Band existiert mittlerweile auch schon seit beinahe fünf Jahren. Genügend Zeit also, um an seinem ersten Album herumzufeilen. Was hier dann in den fünf Liedern geboten wird, lässt sich anhand des schlichten, aber effektiven Covers bereits erahnen: Avantgardistischer Progressive Black Metal.







Dabei präsentiert sich die Musik recht modern klingend, hat durchaus melancholische als auch depressive Züge. "Wirklichkeitsraster" klingt dadurch teils sehr verzweifelt, und doch recht aggressiv. 'Manisch' ist wohl das richtige Wort, um die Musik zu beschreiben. Das Artwork des Covers scheint auf den ersten Blick zwar wirr und etwas bunt, macht im Kontext zur Musik aber durchaus Sinn, fängt es doch recht gut die Stimmungen der einzelnen Lieder ein, zu denen sich am besten jeder seine eigene Gedanken machen sollte. Eine intensive Beschäftigung mit dem Werk und ein sich-selber-Gedanken-machen durch den Hörer scheint seitens der Band absolut gewollt zu sein, was auch mehr als begrüßenswert ist.  So umfasst die CD auch ein 12-seitiges Beiheft mit Illustrationen zu allen Titeln, die der Musik ein Gesicht geben. Die Musik an sich ist im übrigen sehr gekonnt dargeboten und detailverliebt: es wird schnell klar, dass hier keine Stümper am Werk waren, die mal eben auf die Schnelle ein Album raushauen wollten, sondern dass hier Leute etwas geschaffen haben, von dem sie absolut überzeugt sind. Möchte man unbedingt Vergleiche heran ziehen, so würde ich das letzte Tavaron-Album "Architektur des Schmerzes", die letzten zwei Werke von Fäulnis oder den Österreicher Hephaistos' Fall nennen wollen. Doch Ekstasis allein darauf zu reduzieren, würde der Musik in keinster Weise gerecht werden. Allein das letzte Lied "Realitätsverlust" hat einen so eigensinnigen Stil inne, der irgendwo zwischen getragener Epik, Melancholie und einer inneren Trostlosigkeit angesiedelt ist, dass es wahrlich erfrischend ist, dieser Band zu lauschen. Da ist es direkt schade, dass nach diesem Song schon Schluss ist.

Fazit:
Das Debüt Ekstasis' kann sich wahrlich hören lassen und sollte gerade für diejenigen interessant sein, die nicht unbedingt nur dem ursprünglichen Black Metal frönen, sondern auch gerne modernen Einflüssen in dieser Musik eine Chance einräumen. So wird "Wirklichkeitsraster" Anhänger des Primitiven eher kalt lassen, während es Leute, die gerne über den Tellerrand blicken und auf der Suche nach innovativen Werken sind, verzücken wird. Bestellungen sind am besten direkt an die Band (http://gedankenort.com) zu entrichten - dort gibt es die CD für 12,- Euronnen (inkl. Versand). (Nachtrag: Diese ist im übrigen auf 500 hand-nummerierte Exemplare limitiert. Jeder CD liegt ein Stück eines Puzzles bei, in der Art, welches auf dem Cover zu sehen ist. Die Limitierung befindet sich auf diesem Teil.)

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Angstzustände
02. Kontrolle
03. Farbenblind
04. Gedankenort
05. Realitätsverlust

Laufzeit: ca. 29 Minuten

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