Mittwoch, 30. Dezember 2015

Review: The 3rd Attempt - Born in Thorns (CD, Dark Essence Records - 2015)

Aus Norwegen stammt die 2014 formierte Horde The 3rd Attempt. Mit "Born in Thorns" lassen die vier Herren nun ihr Debüt-Album auf die Menschheit los. Dabei hat die Band auch noch keine bisherige Demo-Veröffentlichung oder dergleichen zu bieten. Manchmal ein nicht allzu gutes Zeichen, wenn dann direkt ohne vorherige 'Probeläufe' ein ganzes Album dahingeklatscht wird. Ob sich dies bei The 3rd Attempt ebenfalls so verhält, lest ihr im folgenden...






Zunächst einmal handelt es sich bei den Mitgliedern der Band größtenteils um keine allzu Unbekannten. Die meisten Namen dürften Kennern der norwegischen Szene ein Begriff sein. Horden wie Curse, Den Saakaldte, Blood Red Throne, Green Carnation und vor allem Carpathian Forest sollte jeder schon einmal gehört haben. Die Musik der letztgenannten Truppe dürfte den Sound von "Born in Thorns" vorwiegend Pate gestanden haben, so lassen sich gerade im Gitarrenspiel oder auch im Drumming nicht zu leugnende Parallelen feststellen. Gesangstechnisch orientiert man sich allerdings vermehrt an einer anderen Vorreiter-Band des norwegischen Stils: Satyricon. Nun, mag man auch von den aktuelleren Sachen genannter Gruppen oder den immer kommerzielleren Auswüchsen des norwegischen Black Metals im Allgemeinen halten, was man möchte... das meiste rockt einfach! Man nehme nur die aktuelle Live-Scheibe von Satyricon ("Live at the Opera"). Das hat mit Black Metal im ursprünglichen Sinn vielleicht nicht mehr so viel zu tun, ist aber musikalisch gesehen unbestreitbar phänomenal. Doch ich schweife ab. The 3rd Attempt liefern hier jedenfalls ein recht solides erstes Werk ab, das ich schon beinahe eher dem Blackened Rock 'n' Roll zurechnen würde, denn dem Black Metal an sich. Es gibt darüber hinaus ein paar sehr gut arrangierte Songs, aber letztlich fehlt es der Band etwas zu sehr an wirklicher Eigenständigkeit.

Fazit:
Ich meine, wenn ich Bock auf Carpathian Forest habe, höre ich mir halt Carpathian Forest an. Oder wenn ich Lust auf die Musik von Satyricon verspüre, höre ich eben Satyricon. Aber nicht unbedingt The 3rd Attempt. Versteht mich nicht falsch - musikalisch gesehen ist "Born in Thorns" mitnichten ein schlechtes Album, sogar recht intensiv und atmosphärisch, aber auch gerade im Verhältnis zu den Größen der norwegischen Szene absolut vorhersehbar und daher fast schon langweilig in seinem Verlauf - wenn es auch immer mal wieder interessante Passagen, Elemente und Songs gibt (Chöre, Klargesang, Akustikgitarren etc.). Wer die ganzen, schon etwas älteren Sachen aber nicht kennt, wird mit diesem Debüt seine Freude haben. Alle anderen können mal reinhören, sollten aber nichts erwarten, was über ein spielerisch recht gutes Blackened Rock Album hinaus geht.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Torment Nation
02. Dark Vision
03. Art Of Domination
04. We Defy
05. Born in Thorns
06. Beast within
07. Sons of the Winter
08. Nekrogrammaton
09. Fire Storm
10. Anti-Self

Laufzeit: ca. 48 Minuten

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