Dienstag, 8. Dezember 2015

Review: Wrathrone - Born Beneath (CD, Inverse Records - 2016)

Nach längerer Zeit habe ich endlich mal wieder die Gelegenheit, eine Preview zu schreiben. Aus Finnland stammt die Death Metal-Kombo Wrathrone, die mit "Born Beneath" ihr Debüt-Album vorlegen. Diesem gingen im Jahr 2011 und 2013 bereits die EPs namens "Burning Hatred" und "Left Unburied" voran. Die Band formierte sich bereits 2008, war seitdem eigentlich nur auf kleinen Touren unterwegs und besteht aktuell aus fünf Leuten. Death Metal, gerade aus den Jahren 20... stehe ich zwar immer etwas skeptisch gegenüber (aus gutem Grund, wie ich meinen will), aber wenn man doch schon einmal die Gelegenheit bekommt, dann soll man sie natürlich aus ergreifen.


Gut, mir liegt natürlich nur eine Vorab-Promo der CD in digitaler Form vor. Aber das macht nichts, da es sich hier laut Beschreibung auch um das letztendliche Klangbild handeln wird. Wrathrone haben sich brutalen Old School Death Metal auf die Fahne geschrieben. Auch spielen hier einige Death Rock-Einflüsse mit ein. So erinnert das Material einerseits erfreulich an selten erreichte Brutalität der frühen Cannibal Corpse und andererseits auf eine Art und Weise an die Spielfreudigkeit der Deutschen Debauchery, als sie noch gute Musik machten. Dann betritt man aber auch mal dommigere Gefilde ("Failing Flesh, Enduring Spirit"), was sich vor allem im Gitarrenspiel widerspiegelt und lässt dabei an seine Landsleute von Convulse denken (ich denke da vornehmlich an die geniale "Inner Evil" LP!). Trotz all dieser erkennbar deutlichen Einflüsse, schaffen es Wrathrone durch ihre Art zu überzeugen und dem Ganzen einen eigenen Stempel aufzudrücken - was allerdings auch nicht immer zu 100% gelingt. Doch im Old School Death Metal wirklich eigene Akzente zu setzen, ist fast mehr unmöglich, da doch alles irgendwie schon einmal dagewesen ist - der Schwierigkeit im Black Metal nicht unähnlich. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, zumal Wrathrone zum Ende hin mit dem knapp sieben Minuten langen Song "Sea Of Sickness" einen wahren Hammer abliefern, der durchaus episch-melodische Sphären besitzt.

Fazit:
Und so kann man heutzutage eigentlich auch nur noch zwischen den guten Bands mit diesem gewissen Etwas in der Musik, spielerischer Finesse und mit einer authentischen Atmosphäre und diesen ganzen mehr als belanglosen Bands, die lediglich 08/15-Mucke abliefern, unterscheiden. Um es klar zu sagen: Wrathrone gehören meiner Meinung nach eindeutig zur ersten Kategorie. Wirklicher "Old School" Death Metal ist es zwar nicht, dafür ist er doch etwas zu modern in seiner Spielart, aber diese Band schafft es Elemente aus beidem miteinander zu vereinen und etwas eigenes zu schaffen - und allein dafür sollte man ihnen schon Respekt zollen! Fans solcher Bands wie Convulse, alten Cannibal Corpse, alten Debauchery, Autopsy und Sulphur Aeon sollten hier auf jeden Fall mal ein oder zwei Ohren riskieren, und sich im nächsten Frühjahr die CD zulegen (wird am 22. Januar 2016 erscheinen). Auf dem bandeigenen Bandcamp-Profil kann man sich indes einen Song des kommenden Albums anhören (zu welchem sich auch ein Video auf Youtube finden lässt) und sich zudem noch die beiden früheren EPs kostenlos herunterladen. Die CD kann man sich bereits im Online-Store von Inverse Records vorbestellen (auch im Bundle mit T-Shirt erhältlich).

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Born Beneath
02. Age of Decadence
03. Eternal Salvation
04. Failing Flesh, Enduring Spirit
05. Blunt Blade Birth
06. Dead End
07. Sea Of Sickness
08. Carnal Lust

Laufzeit: ca. 33 Minuten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen