Donnerstag, 26. November 2015

Review: Opera IX - Back to Sepulcro (CD, Dustone - 2015)

Die Urgesteine aus Italien, Opera IX melden sich nach gut drei Jahren seit dem letzten Album "Strix" zurück. Dabei handelt es sich bei "Back to Sepulcro" um kein neues Album im herkömmlichen Sinne. Vielmehr präsentiert man hier eine Zusammenstellung älterer Lieder in komplett neuem Gewand und gleichzeitig auch seine neue Sängerin. Wohl richtig gehört: der Gesang bei Opera IX obliegt nach langen Jahren (immerhin knapp 13) endlich wieder einer Frau.






Und wer jetzt schon aufhört zu lesen und meint, dass man niemals den Geist der alten Stücke und gerade den Gesang dieser Furie Cadaveria in die heutige Zeit transportieren kann, dem kann ich nur sagen: "Lass dich einfach mal überraschen." Musikalisch gesehen ist das hier Gebotene nämlich aller erster Güte. Symphonischer Black Metal, der die Mystik vergangener Tage atmet. Eine fette Produktion, die eigentlich keine Wünsche im Klangbild unerfüllt lässt, denn hier stimmt einfach das Verhältnis zwischen mächtigen Arrangements und einer räudigen Wildheit. Das steht Liedern wie "Sepulcro" (vom '95 Debüt "The Call of the Wood") oder "The Oak" ("Sacro Culto" aus dem Jahr 1998) sehr gut zu Gesicht. Aber auch das neue Stück "Consacration" zerrt vom hymnisch-mystischen Stil. Der Gesang ist hier gar noch etwas ritueller. Apropos Gesang - bei genauerem hören wird man gewahr: Abigail Dianaria hat eine Stimmgewalt sondergleichen, die der von Cadaveria sehr (sehr, sehr...) ähnelt. Handelt es sich da womöglich um die gleiche Person? Offiziell erhält man hierzu keinerlei Informationen, auf der offiziellen Seite heißt es nur, dass sie genau die Sängerin ist, die die Band brauche. Eine Hexe. Recherchiert man den Namen im Internet ein wenig, wird man schnell auf weitere Hinweise stoßen, dass es sich um die alte Sängerin der Band handelt (von wegen "Abigail Dianaria returns..."), auch der Hinweis, dass sie Mitglied bei Cadaveria von 1992 - 2001 war, mutet in dem Zusammenhange sehr interessant an. Aber schön, dass es noch Geheimnisse gibt.

Fazit:
Eine mehr als lohnenswerte Zusammenstellung älterer Lieder der Band, die genau 20 Jahre nach Erscheinen des Debüt-Werkes veröffentlicht wurde. Die Auswahl der Lieder umfasst dabei jeweils einen Beitrag von den ersten vier Alben in chronologischer Reihenfolge (das bereits erwähnte "The Call...", "Sacro Culto", "The Black Opera" und "Maleventum") und enthält darüber hinaus auch noch zwei neue Kompositionen, die den alten in nichts nachstehen. Und endlich gibt es wieder weibliche Vocals zu hören, welche viel zur Mystik der alten Werke beitrugen. So kommt auch nach langer Zeit auch wieder zusammen, was eigentlich schon immer zusammen gehörte. Die CD kommt im Super-Jewelcase und kann direkt beim Label Duskstone (Sitz in Italien - hier geht's zur Homepage) bestellt werden.

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Sepulcro
02. The Oak
03. Act I: The First Seal
04. Maleventum
05. Consacration
06. The Cross

Laufzeit: ca. 47 Minuten

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