Donnerstag, 5. November 2015

Review: Mortis Mutilati - Mélopée Funèbre (CD, Naturmacht Productions - 2015)

Ein neues Album von Mortis Mutilati, jenem französischen Ein-Mann-Projekt, welches mich mit seinem 2013er Album "Nameless Here For Evermore" absolut begeisterte und es sogar schaffte, dass ich sie mit auf die Liste des "The Return to the Ancient Dark Paths" Samplers setzte. Bei so einer Voraussetzung sind meine Erwartungen an das aktuelle Werk natürlich dementsprechend hoch angesetzt. Ob es diese auch erfüllen kann, lest ihr nun...






Eingeleitet wird das ganze durch ein, in meinen Augen, etwas zu lang gezogenes Intro. "Vénus Anadyomène" kann dann aber wieder auf Anhieb überzeugen. Es wird wieder typisch französisch: Black Metal irgendwie zwischen Nihilismus und Avantgarde. Obskurer Ambient lässt sich hier ebenso finden, wie beinahe schon erhabene Schwarzmetall-Hymnen. "Mélopée Funèbre" (soviel wie "Grabgesang") ist dabei dem Titel entsprechend wesentlich melancholischer und schwermütiger ausgefallen als sein Vorgänger, der ja eher vom minimalistischen Black Metal und Ambient der alten Frankreich-Bands der Legions Noire geprägt war. Doch hier ist alles eher von einer gewissen Traurigkeit erfüllt, was die Angelegenheit zu einer nicht ganz einfach zu konsumierenden Kost macht (was Black Metal allgemein nicht sein sollte). So finden sich neben der Schwarzmetall-Musik auch Piano und Orgeln wieder ("Reliquiae") oder auch Passagen, die eher dem getragenen Post-Black Metal zuzuordnen wären (wie im letzten Viertel von "Morte"). Und "Fingers of Death" bietet zum Abschluss noch einmal eine etwas doomige Atmosphäre.

Fazit:
Auch das dritte Album des Franzosen kann sich definitiv hören lassen. Es ist zwar definitiv anders in seiner Grundstimmung her als das letzte Werk - das macht es aber nicht schlechter. Viele Elemente erkennt man wieder, einiges wurde auch konsequent ausgebaut und verfeinert, das einzige, was ich hier jedoch ganz klar bemängeln muss, ist mal wieder das Schlagzeugspiel, dass manches Mal einfach zu sehr nach Konserve klingt. Aber das kommt wie gesagt auch nur passagenweise vor und fällt daher nicht so sehr ins Gewicht, wie bei anderen Bands. Auch kann das Werk durchaus mit seiner in sich stimmigen Atmosphäre überzeugen. Die CD ist auf 300 Exemplare begrenzt und direkt bei Naturmacht Productions erhältlich.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Mélopée Funèbre
02. Vénus Anadyomène
03. Ophélia
04. Oraison du Soir
05. Reliquiae
06. Morte
07. Eros & Thanatos
08. Fingers of Death

Laufzeit: ca. 44 Minuten

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