Mittwoch, 25. November 2015

Review: Ewiges Reich - ...nur frei bei Nacht (CD, Obscure Abhorrence Productions - 2015)

Die Horde Ewiges Reich meldet sich nach einer Weile auch mal wieder zu Wort. Die Hassprediger aus Kassel präsentieren mit "...nur frei bei Nacht" ihr bereits sechstes Voll-Album. Gewidmet ist es S.M., einem Mitglied der Band, welches Zeit ihres Bestehens mit dabei war und im März dieses Jahres verschied.






Was darf man von einem neuen Werk dieser Truppe erwarten? Für diejenigen, die die vergangenen Veröffentlichungen kennen, dürfte es eigentlich schon klar sein. Denn auch wenn Ewiges Reich seit ihrem selbst-betitelten Debüt aus dem Jahr 2001 ihren Stil immer mal wieder verfeinert und produktionstechnisch etwas aufgestockt haben, so sind sie ihrer Linie immer treu geblieben. Und die heißt in ihrem Fall Misanthropischer Knüppel-Black Metal. Meist wird hier also gnadenlos Gas gegeben und alles einfach niedergemäht. Aber dies geschieht mitnichten auf niedrigem Niveau! Denn instrumental gesehen macht man den Herren nichts vor und auch von der (zwar räudigen) guten Produktion her kann sich das Album mehr als hören lassen. Auch wird nicht in einer Tour durchgeknüppelt. Die Lieder besitzen zudem eine Art erhabener Atmosphäre, wie man sie bei Ewiges Reich bisher nur selten vernommen hat. Hier findet man sich also auch durchaus im Midtempo wieder, und stellenweise bekommt man sogar hier und da mal Klargesang um die Ohren (wie bei "Sklaven des Lichts"). Nur um dann wieder die volle Breitseite wie einen Hammer in die Magengrube zu bekommen. Das hat in der Tat wenig mit Epik im eigentlichen Sinne zu tun. Mehr mit einer Glorifizierung der Jenseitigkeit. Des Todes. Des Bösen. Des Anti-Mensch-Seins. Und letztlich ist "...nur frei bei Nacht" genau das: Glorifying Misanthropic Art.

Fazit:
Ewiges Reich liefern mit ihrem neuesten Werk einerseits altbewährte und bekannte Kost ab, schaffen es jedoch andererseits auch durchaus zu überraschen. Da sind zum einen die Knüppelattacken, die man von der Truppe gewohnt ist, zum anderen hat man dann auch diese sehr tiefgreifenden erhabenen Midtempo-Passagen, die in ihrer Mixtur eine beinahe schon hypnotische Wirkung vom Schlage Burzum's aufweisen - wenn der Stil an sich auch ein ganz anderer ist. In meinen Augen stellt "...nur frei bei Nacht" das beste seit "Thron aus Eis" und gleichzeitig wohl auch das bisher ausgereifteste vollwertige Album der Horde dar. Bisher lediglich auf CD im schicken Digipak erschienen. Man darf gespannt sein, ob Obscure Abhorrence sich auch um eine Auswertung des Albums auf Vinyl bemüht. Ich wäre auf jeden Fall dabei.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. ...nur frei bei Nacht
02. Des Wanderers letzte Ruhestätte
03. Sklaven des Lichts
04. Was sein soll
05. Das Erwachen des Leidens
06. Heilige Nächte
07. Wahrer Hass

Laufzeit: ca. 44 Minuten

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