Dienstag, 10. November 2015

Review: Drudensang - Todgeweiht I (MC, Black Blood Records - 2015)

Die deutsche Underground-Horde Drudensang beehrt die Meute auch wieder mit einer neuen Demo-Veröffentlichung. Ganz im Stile der alten Tage und Traditionen wieder in Kassettenform. Das mittlerweile dritte Werk nach der "Rehearsal 1 - Dunkle Tradition" und der "Prinzipien der Grausamkeit" Kassette trägt den Titel "Todgeweiht I". Rein optisch betrachtet macht die Veröffentlichung bereits durchaus was her: Pro-Tape in Hülle mit Pro-Cover, als Beigaben gibt es eine sehr schicke Postkarte (zeigt das Covermotiv von "Prinzipien der Grausamkeit") und ein Säckchen mit einer Räuchermischung.





In meinem Fall zumindest handelt es sich bei dem Räucherkraut um die Mischung "Samhain", ob es da noch verschiedene Variationen gibt, entzieht sich jedoch leider meiner Kenntnis. Riecht auf jeden Fall sehr aromatisch, würzig und nach alten Riten. Samhain ist da mehr als passend. Doch nicht nur von der Optik her hat "Todgeweiht" etwas zu bieten, sondern vor allem (und das ist ja auch das Ausschlaggebende) musikalisch. Drudensang liefern mit diesem hier nämlich ihr bisher atmosphärischstes Werk ab. Und das liegt nicht nur an dem großzügigen, wenn auch erfreulicher Weise verhaltenen Einsatz von Tasten, sondern auch am zweistimmigen Gesang, der hier sogar noch präsenter durchscheint, als noch auf dem Vorgänger. Mit dem brachialen Black Metal, der mit Absicht stellenweise etwas dumpf und primitiv produziert zu sein scheint, ergibt das eine in sich sehr stimmige, düstere Atmosphäre, die eine fast schon hypnotische Wirkung aufweist. Zugegeben: die Musik ist nicht unbedingt etwas für verwöhnte Ohren, dafür aber sehr kraftvoll in Szene gesetzt und kommt sehr authentisch rüber.

Fazit:
Mit "Todgeweiht I" haben Drudensang in meinen Augen ihr bisher bestes Material abgeliefert. Dieser eine überlange Song ist ganz klassisch in erkennbare Akte gegliedert, was ihn sehr sympathisch macht. Die Darbietung richtet sich nicht an Jene, die ihre Alben gerne sauber produziert hören, sondern eher an die, welche dem traditionellen Schwarzmetall immer noch hörig sind. Ein Werk mit manchen Ecken und Kanten zwar, aber in seiner Grundstimmung sehr düster, brachial und authentisch. Limitiert ist die Kassette auf 98 von Hand durchnummerierte Exemplare. Wo es das Tape noch zu erwerben gibt, weiss ich aktuell selbst nicht genau. Black Blood scheinen keine mehr zu haben und auch Der Neue Weg habe ich um sein letztes Exemplar erleichtert. Achja, und noch eine kleine Anmerkung zum Schluß: auf der B-Seite ist tatsächlich nichts mehr zu hören, obwohl die Kassette von beiden Seiten bedruckt ist - eine einseitige Beschriftung hätte eigentlich gereicht - aber das tut irgendwie auch so gar nichts zur Sache.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A: Todgeweiht I - Bloody Ritual

Laufzeit: ca. 20 Minuten

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