Samstag, 26. September 2015

Review: Permafrost - Spiritual Isolation (CD, Darker Than Black Records - 2015)

Das nunmehr vierte Voll-Album der Truppe aus Deutschland hört auf den Namen "Spiritual Isolation". Nun, allgemein geht ja der Trend bei seriösen Vertretern des Schwarzmetalls wieder hin auf die Rückbesinnung der Wurzeln: Satanismus in jeglicher Form, Esoterik, Okkultismus und Schwarze Magie. Sehr begrüßenswert, wobei Permafrost schon immer eine gewisse luziferisch-sphärische Note hatten, die auf dem letzten Album "Devil Worship" ihren bisherigen Höhepunkt erreichte. Jedoch konnte mich das Werk dann musikalisch nicht so wirklich hinter dem Ofen hervorlocken. Doch möchte ich es mit dem neuen Machwerk dann noch einmal versuchen.



Gleich nach dem kurzen Einklang wird hier direkt klar, in welche Richtung "Spiritual Isolation" gehen wird. Ein sehr räudig und dreckig produzierter Black Metal. Zugegeben, räudig ist hier vielleicht der falsche Ausdruck, da die Produktion doch einen gewissen Druck und Wumms inne hat. Doch die Atmosphäre ist durch und durch nihilistisch. Was sehr positiv auffällt, sind die sehr guten, melodischen Instrumente, die den aufmerksamen Hörer zugleich in höhere Ebenen und Sphären entführen. Die Gitarren nehmen nicht nur einmal sehr progressive - pyschedelische Züge an, was der düsteren, magischen Grundstimmung nur dienlich ist. Das ist nun alles meilenweit von dem entfernt, was zu seiner Zeit noch das inzwischen indizierte Erstlingswerk der Mannen bot und was ich dort so sehr schätzte, doch muss ich sagen, dass das hier zwar komplett anders, aber nichtsdestotrotz auch sehr gut ist. Als wenn es sich hier um eine komplett andere Band handeln würde.

Fazit:
Erhaben und satanisch. Hymnisch und gleichzeitig chaotisch. Permafrost haben es mit ihrem aktuellen Werk geschafft, mich zum ersten Mal seit ihrem Debüt wieder wirklich zu überzeugen. "Spiritual Isolation" ist zwar komplett anders als dieses, aber ein sehr gutes spirituelles Black Metal-Album, was gerade auch durch seine hörbare spielerische Hingabe sehr erfrischend und eigenständig klingt. Black Metal scheint für manche halt doch noch mehr als die bloße Darbietung von Musik zu sein. Natürlich muss hier wieder jeder für sich selbst entscheiden, in wie weit er die Band und das Label durch einen Kauf unterstützen möchte - von dem politischen Anstrich, der der Band seit Anfang an anhaftet, ist hier jedenfalls (zumindest in musikalischer wie lyrischer Hinsicht) nichts zu spüren.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Μνημοσύνη
02. King Of The Serpents
03. Lawless
04. Ave Satan Lucifer
05. Holy Blood
06. Dragon Of The Other Side
07. Mephiz Tophel
08. He Who Was Spat Out
09. Chaos Cries For Revenge
10. Blood Sacrifice
11. Λήθη

Laufzeit: ca. 56 Minuten

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