Samstag, 4. Juli 2015

Review: Gedanken toten Lebens - Gedanken toten Lebens (CD, Eigenproduktion - 2015)

Das Projekt Gedanken toten Lebens aus (Nord-?) Deutschland existiert laut Angaben aus dem weltweiten Netz seit dem Jahr 2012. Alleiniges Stamm-Mitglied ist Sängerin Solveig. Der Grund, warum man erst jetzt von der Solo-Band erfährt ist einfach, weil hier vorliegendes Debüt-Album erst Ende letzten Monats veröffentlicht wurde, und stellt gleichzeitig auch das erste Lebenszeichen von Gedanken toten Lebens dar.







Das selbstbetitelte Debüt-Werk kann sich dabei mehr als hören lassen, gerade wenn man bedenkt, dass es sich hier um das erste Material überhaupt handelt. Solveig zeichnet dabei verantwortlich für sämtliche Texte, das Konzept (dazu später mehr) und den Gesang, der sich von Klargesang, über Death-Growls, typisches Black Metal-Hass-Gekeife und etwas beschwörend wirkenden Stimmungen erstreckt. Das erinnert in Phasen an die Stimmgewalt einer Furie wie Onielar, ihres Zeichens Sängerin der Kult-Truppe Darkened Nocturn Slaughtercult. Instrumental geht es teilweise auch in eine ähnliche Richtung, allerdings wird hier allgemein mehr auf naturverbundene düstere Atmosphäre gesetzt, was gleich der etwas ambiente Einklang "Am Rande des Waldes" deutlich macht. Instrumental wird das Album übrigens durch einen Gast-Musiker Namens Freigeist getragen. Die Musik des Intros stammt von einem weiteren Session-Musiker. Die Texte sind neben verschiedenen Bildern und Illustrationen alle im Beiheft enthalten, sowie ein kleiner Umriss des Konzeptes und der Intention des Albums, geschrieben von Solveig, welcher sich auf der letzten Seite finden lässt. Das Album befasst sich mit Themen wie Natur und Tod - und das alles auf eine sehr philosophische und poetische Art und Weise. Der Wald ist im Kontext mit den Liedtiteln wohl als Sinnbild zu verstehen. Wir kommen alle aus der Erde und kehren auch wieder unweigerlich dorthin zurück. Die einen früher, die anderen später. Und aus dieser, unserer Erde entsteht wiederum neues Leben. Der ewige Kreislauf des Lebens. Aber dies ist wohl auch nur eine von vielen Interpretationsmöglichkeiten für "Gedanken toten Lebens". Da die Schriftart ob ihrer Größe teilweise wirklich schwer zu lesen ist, hat man schon auch seine Schwierigkeiten, alles Geschriebene zu lesen und für sich zu deuten.

Fazit:
Solveig ist mit ihrem Projekt Gedanken toten Lebens ein wirklich sehr guter Einstieg gelungen. Das erste Album ist instrumental wie auch auf textlicher Ebene gesehen alles andere als 0815-Kost, und zeugt davon, dass man sich hier wirklich Gedanken um das gemacht hat, was man veröffentlicht. Durchdacht, emotional, instrumental gut und atmosphärisch und einfach authentisch. Ein sympatisches und kraftvolles Debüt-Album. Ich hoffe, dass wir von diesem Projekt in Zukunft noch öfters hören werden. Limitiert ist die CD auf 500 handnummerierte Exemplare. Bestellungen gehen an: gedankentotenlebens@web.de und per Nachricht via Visagenbuch (für die, die es überhaupt nutzen).

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Am Rande des Waldes
02. Freitod
03. Urkraft
04. Leichenstarre
05. Erwachen im Scheine des Mondes
06. Stimmen der Toten
07. Die Erhabenheit der letzten Dinge

Laufzeit: ca. 36 Minuten

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