Montag, 22. Juni 2015

Review: Taran - Taran (CD, Odium Records - 2015)

Irgendwie hatte ich die Polen von Taran als Band überhaupt nicht mehr auf dem Schirm. Das liegt wohl auch daran, dass ich ihre Musik vor diesem, ihrem ersten Album nur von einer Split-CD mit ihren Landsleuten von Moontower her kannte. Und die ist nun auch schon annähernd 10 Jahre alt (und steht auch schon mindestens eben so lange selten gehört in meinem Regal rum). Ein Blick in die digitalen Metalarchive offenbarte dann, dass es noch eine frühere Demo-CD, wie auch eine weitere Live-Split mit u.a. Besatt (später veröffentlicht) gab. Nun also das erste Voll-Album.




Betitelt ist dieses ganz schlicht mit dem Bandnamen und beinhaltet sieben Lieder, sowie ein "Intro", ein "Outro" und ein Immortal Cover in Form von "Unsilent Storms in The North Abyss" aus dem Kult-Album "Pure Holocaust" (dazu noch später mehr). Festzuhalten ist auf jeden Fall, dass die polnischen Prügelknaben ihrem Stil treu geblieben sind, wenn auch dieser natürlich verfeinert wurde. Der Black Metal ist dreckig, schnell und messerscharf vorgetragen, in jeder Note, in jedem Vokal, in jedem nihilistischen Melodiebogen kann man es heraushören, es förmlich spüren: den Hass, die endlose Verachtung, den nach Fäulnis stinkenden Hauch des Todes und den leichte wärmespendenden Schein der schwarzen Kerzen bei der Teufelszeremonie. Taran sind der alten polnishen Schule treu, bringen neben dem einem Unwetter gleichen Gemetzel sogar noch ein paar Melodien und Solo-Passagen mit ein, reichen in dieser Hinsicht aber bei weitem nicht an ihre Landsleute von Plaga heran - was sie offensichtlich aber auch gar nicht vorhaben. Das Immortal-Cover ist übrigens recht gelungen, wenn das vielleicht auch einige anders sehen werden (gerade die neueren 'Fans' der Musik von Immortal oder I. In meinen Augen ist diese Version aber durchaus dem Original ebenbürtig, da es dieses an roher Brutalität und Aggressivität locker übertrifft, dafür aber diesen für Immortal typischen Hang zum Episch-Erhabenen völlig missen lässt.

Fazit:
Taran muss man zugute halten, dass sie ihrem Stil auch nach nun mehr 10 Jahren treu geblieben sind, ihn zwar weiter verfeinert haben, aber keine Spur von ihrem eingeschlagenen Pfad abgewichen sind. Genau hier liegt aber auch das Problem des Albums. Im Grunde wird hier halt nichts wirklich Neues geboten. Ich kann die CD jedoch eindeutig allen weiter empfehlen, die von polnischem Underground Black Metal nicht genug bekommen können und in deren Anlagen Gruppen wie Moontower, Arkona, Plaga oder alte Graveland gern willkommene Gäste sind.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
Intro
Reign of Hellfire
Dominus Muscarum
March of Shadows
Divine Plague
Popioly 2014 A.Y.P.S.
The Black Mark
...of Sin
Outro
Unsilent Storms in The North Abyss (Immortal Cover)

Laufzeit: ca. 36 Minuten

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