Samstag, 27. Juni 2015

Review: Slaktare - Journey into Darkness (CD, Misathropic Art Productions - 2015)

Nach nunmehr zwei Demos, einer EP und einer Zusammenstellungs-CD präsentiert uns die deutsche Band Slaktare endlich ein vollständiges Album. Dieses schimpft sich auf den Namen "Journey Into Darkness", welches vergangenen Monat über das süd-koreanische Label Misathropic Art veröffentlicht wurde. Slaktare setzt sich dabei aus zwei Personen zusammen, die hauptsächlich als Gitarrist, bzw. Schlagzeuger bei Moredhel agieren. Also auch keine wirklich unbekannten Gesichter, die man hier vor sich hat.





Es versteht sich von selbst, dass hier Black Metal zelebriert. Allerdings ist das erste Album der zwei Herren alles andere als gewöhnlich. So präsentiert man sich äußerst spielfreudig, melodisch und doch düster-erhaben und ursprünglich. "Journey into Darkness" klingt daher erfrischend eigenständig, kann gleichzeitig jedoch auch als Hommage an (deutschen) Black Metal ansich angesehen werden. So finden sich neben dem eigenwilligen Gesang, der von stilsicherem Gekeife, über hysterisches Kreischen, verträumten, folklore-lastigen Klargesang und natürlich heiseren Schreigesang so ziemlich alles bietet, dass sich die ganze Angelegenheit wie ein fieser Bastard aus Nargaroth, Tavaron, Hellfucked, Wolfsmond und Rauhnacht anhört. Instrumental gesehen gibt man sich zuhauf dem hymnischen Midtempo hin, nimmt von Song zu Song doch mal sehr Nargaroth-lastige Züge an, nur um gleich wieder mit wildem Keyboard-Spiel und Chor-Samples zu überraschen, was nicht nur einmal sehr psychedelische Züge annimmt. Sehr melancholisch wird es dann allerdings bei dem Überlied "Laubfall II" - ein wirklich getragener emotionaler Song, der zwar zunächst etwas sehr monoton erscheint, aber doch einige nette Spielereien und Details bietet. Solche Musik vermisse ich heutzutage immer öfter, gerade was deutsche Veröffentlichungen angeht. Der Rausschmeißer "Built on Ruins" ist dann noch einmal eine nette Huldigung an Moredhel, ähnelt er doch sehr den Werken der Band, vor allem ihrem letzten Opus "Satanik Endsieg". Der Mittelteil mit seinen epischen Chören erinnert etwas an die Polen von Graveland (ich sag' nur "Following the voice...") und der hysterisch gekreischte Gesang am Ende lässt an kranken Scheiß ala Hellfucked denken.

Fazit:
Alles in allem muss ich sagen, dass Slaktare mit ihrem Debüt ein super Album vorgelegt haben und zumindest sich selbst die Messlatte für kommende Veröffentlichungen verdammt hoch gesetzt haben. Ich hasse es zwar, allzu viele Vergleiche in Rezensionen heran zu ziehen, es schien mir in diesem Fall aber durchaus angebracht, da Slaktare keinen Hehl aus ihren offensichtlichen musikalischen Vorbildern machen. Was sie dann wiederum besonders macht und nicht zu einer bloßen Kopie verkommen lässt, ist die Tatsache, dass man hier zwar viele verschiedene Elemente miteinander verbindet, aber durchaus auch eigene Idee mit einbringt und mit der offensichtlich dargebrachten Hingabe, mit der man seine Musik zelebriert einfach nur authentisch ist. Das hier ist für mich eindeutig eines der besten deutschen Schwarzmetall-Alben der letzten paar Jahre.

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Journey into Darkness
02. Satanic Insanity
03. Psychotic and Fucked Up
04. Souldestruction
05. The Mystic Fog of the Soulless Being
06. Laubfall II
07. Built on Ruins

Laufzeit: ca. 55 Minuten

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