Sonntag, 31. Mai 2015

Review: Tiil Sum - In Articulo Mortis (CD, Eastside / Dark Omen Production - 2013)

Aus Polen stammt dieses Ein-Mann-Kommando. Der Bandname stammt aus dem reichhaltigen Fundus des verstorbenen Fantasy-Autoren J. R. R. Tolkien - mehr hat die Musik des Polen aber nicht mit der Welt Mittelerdes zu tun. Vielmehr zelebriert man hier einen sehr melancholischen atmosphärischen Black Metal, der auch textlich gesehen genau das aussagt, was man bei dem Bandnamen erwartet, der in etwas so viel wie "Letzter Atemzug" bedeutet.






Mal abgesehen von dieser CD hier kann die Band auch bereits eine Kassetten-EP vorweisen, welche im Jahr 2011 über Depressive Illusions aus der Ukraine veröffentlicht wurde. Soll aber nicht Thema hier sein. "In Articulo Mortis" jedenfalls stellt ein waschechtes depressives Black Metal Album dar, welches zwischen diesem ganzen Rotz, der sich allgemein als "DSBM" schimpft, durchaus seine Daseinsberechtigung hat. Das geht bei den Instrumenten und der dichten Atmosphäre los. Nihilistisch durch und durch, vielleicht sogar etwas monoton, aber gekonnt in Szene gesetzt. Auch klingt hier alles so typisch nach polnischem Schwarzmetall - und verdammt, das mag ich einfach! Soll jedoch jetzt nicht heißen, dass hier nicht die eine oder andere Überraschung in musikalischer Hinsicht geboten wird. Der Gesang von Legion erinnert mich derweil an die Schweden Algaion.

Fazit:
Das Album fängt zwar ziemlich zahnlos und typisch für depressiven Black Metal (wenn auch sehr atmosphärisch und erhaben) an, steigert sich aber nach einer Weile und wird richtiggehend aggressiv in seinem Klangbild, und bietet auch durchaus Passagen, die man in dieser Genrenische jetzt nicht unbedingt erwarten würde.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Nadchodzi noc
02. Oplyn mnie, ciemny lesie
03. ...
04. Placz moj zalobny
05. W ciemnosci
06. Turpizm

Laufzeit: ca. 37 Minuten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen