Sonntag, 31. Mai 2015

Review: Drudensang - Prinzipien der Grausamkeit (MC, Black Blood Records - 2015)

Die Truppe aus Bayern, die anno 2013 aus der Asche von Ravnsvart empor stieg, meldet sich nach dem grandiosen ersten Rehearsal-Tape "Dunkle Tradition" endlich, zwei Jahre später, zurück.











Eingeleitet wird das Ganze durch einen Herrn Kinski, der Villon's "Die Lästerzungen" rezitiert (hatten wir so etwas nicht schon einmal im deutschen Underground?). Dazu ein wenig ritueller Ambient. Das geht dann gleich über in den ersten wirklichen Song "Metamorphose", der ziemlich brachial anmutet, gleichzeitig aber eine äußerst düstere und bedrohliche Atmosphäre inne hat - was nicht zuletzt auch an dem Part auf der Akustikgitarre liegt. "Parasit" kommt da eine Spur getragener, aber auch misanthropischer daher. Texte liegen leider keine bei, teilweise sind sie aber schon verständlich - auch wenn man hier schon eher davon sprechen kann, dass sowohl die Stimme als auch die Instrumente einen gewissen nichthumanen Klang aufweisen, was guten Schwarzmetall ausmachen sollte. So geht es auch in den Texten ganz typisch hauptsächlich um den Tod, das Böse, Misanthropie und alte Riten.

Fazit:
Ich könnte noch nicht einmal genau bestimmen, woran es liegt - aber insgesamt reißt mich das zweite Werk von Drudensang nicht mehr so mit, wie es noch ihre erste Kassette getan hat. Was nicht heißt, dass es sich bei "Prinzipien der Grausamkeit" um ein schlechtes Demo handelt - im Gegenteil greift man hier sogar aus den Vollen, was Aufmachung und Darbietung angeht, hat sogar wirklich hervorragende Lieder und bösartige Melodien zu bieten. Schon alleine dadurch hebt sich die Kassette von dem täglichen Einheitsbrei, der gerade aus Deutschland kommt, wohltuend ab. Limitiert ist die professionell aufgemachte Kassette auf 99 handnummerierte Exemplare - einigen ausgewählten davon wurden zudem Beigaben wie Tierknochen, -zähne, Krähenfüße oder dergleichen hinzugefügt, was die rituelle Thematik noch einmal untermauert und die ganze Angelegenheit zu einem in sich geschlossenem Ritual werden lässt. Inzwischen ist auch die LP-Fassung des Demos von der Pesttanz Klangschmiede veröffentlicht worden, in einer Auflage von lediglich 300 Stück.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Prolog
A-02. Metamorphose
A-03. Parasit
B-04. Todesstoß
B-05. Epilog

Laufzeit: ca. 24 Minuten

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