Freitag, 13. Februar 2015

Review: Melancholie Suicidaire - Melancholischer Selbstmord (Digitales Album - 2014)

Zugegeben, ich bin erst spät auf diese Kombo aufmerksam geworden, bin deshalb auch nicht in den Besitz der auf 50 Stück limitierten CD-Auflage gekommen. Doch inzwischen hat die Band selbst das Album zum kostenlosen Download angeboten, ohne den versteckten Bonus, der sich wohl auf der CD befinden soll und daher auch exklusiv bleibt. Nun diese erste Demo-Veröffentlichung der beiden Deutschen aus Sachsen aus dem Jahr 2014 bietet, wie man es anhand des Namens und des Titels schon erahnen kann, DSBM.




...und wer jetzt schon wieder aufhört zu lesen, dem mache ich keinen Vorwurf. Auch ich foltere mich ja immer wieder selbst gerne, wenn ich mir den neuesten depressiven Suizid Black Metal anhöre. Doch halt... nach diesem wirklich sehr klischeehaften Intro mit einem Filmsample, dass an seiner gekünstelten Traurigkeit wohl kaum zu überbieten ist (stammt das aus Twilight, oder wat?), erklingt Gesang, der schon einmal auf das nun folgende einstimmt. Dabei besteht er nicht aus jämmerlichen Rumgeheule, sondern wird tatsächlich ziemlich hasserfüllt keifend dargeboten, da merkt man gleich, dass der Sänger mit seinem Projekt Wolfsrudel eigentlich eine ganz andere Sparte bedient. Jedenfalls schon einmal ein guter Eindruck, dass man nicht diesem typischen Muster folgt. Zumindest in der Hinsicht. Instrumental gesehen wird hier genre-typische Musik geboten, langsamer Black Metal, fast ein wenig doomig und allerlei Tastengeklimper, Einspielungen und Streichern. Das erinnert mich persönlich von der Atmosphäre her ein wenig an die erste Scheibe "Suizid" der Duisburger Tavaron - nur dass diese wesentlich mehr reinen Schwarzmetall boten.

Fazit:
Ein durchaus atmosphärischer Vertreter des deutschen DSBM, und sogar an einem Stück hörbar. Wenn man denn dem ganzen Ambient-Einfluss nicht gerade abneigend gegenüber steht. Allerdings ist das Werk auch meilenweit von der Perfektion entfernt und hat deutliche Ecken und Kanten. Die beiden Mannen bemühen sich zwar um eine gewisse Eigenständigkeit, aber mir fehlt hier ein wirklich hervorstechender Song. Etwas, was mich wirklich aufhorchen lässt. Trotzdem: für eine erste Demo bleibt es ein durchaus solides Machwerk mit Schwächen. Besonders der Gesang fällt hier positiv auf, da er für dieses Sub-Genre doch eher ungewöhnlich und deshalb auch erfreulich anders ist.

5.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Intro
02. Einsam - Tod
03. Suizid
04. Schrei nach dem Tod (instrumental)
05. Großer Mann
06. Gedanken der Realität
07. Melancholischer Selbstmord
08. Vom Leben ausgekotzt
09. Outro

Laufzeit: ca. 43 Minuten  

1 Kommentar:

  1. Einen schönen guten Tag. Ich danke für das doch aus unserer Sicht positive Review. Sicherlich nicht wie auch schon im Text geschrieben perfekt aber das wollen wir auch nicht. Ich denke so wie es ist kann es sich hören lassen und unterscheidet sich von den anderen ganzen DSBM irgendwo. Da wollen wir mal hoffen das die 2. Scheibe auch so oder gar etwas besser abschneidet. Noch sind wir am werkeln aber gut ding will bekanntlich Weile haben.

    Es grüßt euch

    Daniel ( Gesang und Text )

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