Freitag, 13. Februar 2015

Nostalgie-Review: Gilles de Rais - Tiffauges (MC, Eigenproduktion)

Benannt nach der berühmt-berüchtigten historischen Figur aus dem 15. Jahrhundert, brachte diese ehemalige deutsche Black Metal-Formation, die nahezu identisch mit der Band Herodez ist, bzw. war, im Jahr 1996 diese eine Demo-Kassette mit Namen "Tiffauges" heraus. Gilles de Rais war ein früherer Heerführer und Kriegskamerad Jeanne d'Arc, der aber letztlich durch seine anschließenden Taten als Serienmörder um 1436-1440 in die Analen der Geschichte einging. So soll er sich nicht nur an schwarzer Magie versucht haben, sondern ließ auch Kinder auf seine Burgen entführen, folterte diese und ermordete sie schließlich. Mit den Jahren wurde natürlich auch ein dunkler Mythos weitergesponnen, ähnlich der Bathori.



Also genügend Stoff, um sich innerhalb der Black Metal-Musik mit diesem Thema zu befassen. Und so zeugt nicht nur der Name der Band am Interesse an dieser historischen Figur, sondern auch der Titel der Demo. "Tiffauges" war einer der Burgen im Besitz des Barons, auf der er sich an seinen Opfern verging. Deren Zahl wird im übrigen offiziell auf an die 140 geschätzt, wobei die Dunkelziffer ungleich höher sein dürfte. Doch genug der Geschichtsstunde, dies kann jeder Idiot eh im Netz recherchieren. Mit ihrem ersten und leider auch einzigem Werk hatten Gilles de Rais anno 1996 ein wirklich solides Machwerk deutschen Schwarzmetalls geschaffen, welches meiner Meinung nach gnadenlos unterschätzt wurde, bzw. immer noch ist - und ich würde mal behaupten, hätte ein gewisser Herr Wagner auf seiner "Black Metal ist Krieg"-Scheibe nicht so groß Werbung für Moonblood sondern für diese Band gemacht, mit Sicherheit wäre diese Band noch etwas langlebiger gewesen. So wird einem knappe 35 Minuten grundsolider deutscher Black Metal geboten, wie ihn auch besagte Band gespielt hätte. Dabei unterscheidet sich das Material erfreulich von den beiden Herodez Demos, die besitzen wesentlich mehr Pagan-Einschlag. Doch "Tiffauges" kommt durch und durch in Schwarz daher, bietet gar ein paar dezente Keyboard-Passagen. Aus heutiger Sicht vielleicht den meisten doch zu stumpf, aber für mich genau diese spürbare raue Essenz, die Black Metal ausmacht... auch heute noch!

Die Kassette wird man heute wohl nur noch schwerlich finden. Die Kontakt-Adressen existieren nicht mehr, und wenn man da ja etwas bei Internet-Auktionshäusern sieht, dann geht das Tape für absolute Mondpreise über die virtuelle Ladentheke.


01. Feeding The Flames
02. A Monolith Garden
03. The Second Blood
04. Exhaustig The Soil Of Faith
05. Fading Fears
06. Bloodking
07. The Abyss Above

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen