Donnerstag, 22. Januar 2015

Review: Wolfhetan - Was der Tag nicht ahnt (CD, Eigenproduktion)

Nicht gänzlich, aber auch so halb an mir vorbei gegangen ist die Veröffentlichung des zweiten Werkes der deutschen Freigeister Wolfhetan, welches bereits aus dem Jahre 2012 stammt. Mit ihrem Debüt vor 9 Jahren konnte mich die Band jedenfalls schon mehr als überzeugen.








Dieser Eindruck von Individualität und gleichzeitig Treue zum Black Metal, welchen man ja schon auf "Entrückung" vorfand, wiederholt sich auch hier. "Was der Tag nicht ahnt" ist ein sehr stimmungsvolles Album, das wird gleich nach den ersten Klängen des 13-minütigen Opus eins "In die Stille der Zeit" klar und deutlich. Das hier ist Musik für wahre Liebhaber von anspruchsvoller Atmosphäre, düsteren Stimmungen und messerscharfen bis tot-traurigen Melodiebögen. Und das ohne übermäßigen Keyboard-Einsatz, sondern einfach nur mit Gitarren, Schlagzeug, Bass und Gesang. Ja, es braucht halt nicht immer Dark Ambient, um Atmosphäre zu erzeugen (wobei das einige/viele auch mit diesem Einfluss nicht hinbekommen). So lassen sich neben dem Black Metal vorallem postmoderne Rockelemente ausmachen ("Tagtraum") oder gar etwas Psychedelic. Der Gesang erstreckt sich von Schrei- über Gröll- und Klargesang. Sieben Lieder werden insgesamt geboten bei einer Gesamtspielzeit von knapp 1 1/4 Stunden - und das, OHNE dass das Album langweilig wird, im Gegenteil gehört es zu jenen Werken, die ich wirklich mal ohne vorspulen am Stück genossen habe (und das waren in letzter Zeit nicht wirklich viele, oder schon ältere, hehe).

Fazit:
Was die Band hier nahezu im Alleingang auf die Beine gestellt hat, spottet jeder Beschreibung und sollte für jede Underground-Band ein positives Beispiel sein. Präsentiert wird die CD in einem schicken A5 Digi. Zu beziehen direkt bei der Band oder aber im Shop der Eisenwald Tonschmiede.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. In die Stille der Zeit
02. Abschied
03. Vollkommenheit
04. Eispalast
05. Was der Tag nicht ahnt
06. Tagtraum
07. Ankunft

Laufzeit: ca. 74 Minuten

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