Samstag, 8. November 2014

Review: Schattenthron - Der alte Thron, siechend im Schatten (CD, Heretic Wisdom Productions / Sol Records)

Mal wieder etwas aus heimatlichen Gefilden. Das Quartett Schattenthron präsentiert mit vorliegender CD ihr Debüt-Album. Dabei besteht das Werk gerade einmal aus drei Liedern, die allerdings eine Gesamtspielzeit von über 33 Minuten aufweisen. Immerhin. Ob das ganze was taugt, oder ob doch eher Langeweile beim hören aufkommt... meine Eindrücke im folgenden.







Was zunächst einmal positiv auffällt: endlich mal wieder eine deutsche Veröffentlichung, die alle Texte im Beiheft bereithält. Da tun sich gerade deutsche Untergrund-Schergen ja immer schwer, keine Ahnung, ob das mit der Aufrechterhaltung eines verruchten deutschen Mythos zu tun hat, aber auffallend ist es schon. Was dann beim hören auch direkt Pluspunkte bei mir sammelt, ist die Tatsache, dass sich gar nicht erst lange mit einem ambienten Einklangspart aufgehalten wird, es geht direkt in die Vollen! Das ist in der Hinsicht positiv, dass der erste Beitrag "Der alte Thron" nicht unnötig in die Länge gezogen wirkt. Musikalisch betrachtet wird hier atmosphärischer Black Metal zelebriert, der aber, Luzifer sei Dank, ohne langgezogene oder überstrapazierte Keyboard-Teppiche auskommt. So wird das meiste an Atmosphäre durch das hypnotische, fast schon monotone Gitarrenspiel erzeugt, was ganz im nordischen Stil dargeboten wird. Auch das Schlagzeug befindet sich im schnelleren Midtempo, es geht aber auch schon einmal etwas langsamer zur Sache, und man klingt gar sehr melancholisch. Gesanglich kann man sich ebenfalls nicht beschweren, so klingt das hasserfüllte Gekeife von Grimwald wunderbar sphärisch und doch untergründig. Insgesamt hört man aber doch eindeutig, dass die Band aus Deutschland stammt. Das ist halt dieser typische deutsche Untergrund. Lied Nummer zwei "siechend" wird etwas langsamer dargeboten, als sein Vorgänger, und erschallt im getragenden Midtempo. Genau das, was man doch am liebsten hört. Die Gitarren sind hier ebenfalls Mittelpunkt des atmosphärischen Klangspiels. Sehr fein auch das Schlagzeugspiel gepaart mit dem Klar- und Keifgesang im letzten Drittel. "im Schatten" präsentiert sich dann wieder als schnellerer Black Metal-Song, der eigentlich nur mit einem Wort umschrieben werden kann: STARK! Kraft- und machtvoll erklingt "im Schatten" und setzt diesen anfänglichen Eindruck auch im Verlauf gekonnt um. Eine dichte, raue Atmosphäre, die durchtränkt von Schwärze, Hass und Verzweiflung den Weg ins Hirn der Hörerschaft sucht... und auch findet. Auch hier lassen sich wieder die Stilmittel der vorherigen Lieder finden, wie die gekonnten Tempowechsel, die Gewichtung auf das Gitarrenspiel, sowie auch das Schlagzeug, auch ein kurzer akustischer Einspieler lässt sich hier finden, der dem folgenden Sturm weichen muss. Ja, und in den letzten vier Minuten konnte man es dann doch nicht lassen mit dem Ambient-Ausklang.

Fazit:
Schattenthron liefern mit "Der alte Thron, siechend im Schatten" ein recht solides Werk ab. Das Album vermag es, einen in seinen Bann zu ziehen und mitzureißen. Allerdings muss ich gestehen, dass es hier absolut nichts Neues zu hören gibt, was man bei anderen (zum Teil wesentlich älteren) Bands nicht schon einmal gehört hätte. Da die Musik es jedoch versteht, durchaus gute Atmosphären zu erzeugen und auch authentisch daherkommt, finde ich es trotzdem lohnenswert für alle, die dem alten Geist des Black Metal hörig sind und von dieser Musik einfach nicht genug kriegen könne,. Schattenthron zählt daher in meinen Augen zu einer der wenigen Gruppen, die es heutzutage verstehen, den Geist längst vergangener Tage (musikalisch) einzufangen und ist daher auch ganz klar im oberen Mittelfeld anzusiedeln!

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Der alte Thron
02. siechend
03. im Schatten

Laufzeit: ca. 33 Minuten 

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