Dienstag, 4. November 2014

Review: Carn Dûm & Black Jade - Auf vergessenen Pfaden... Split (CD, Narbentage Produktionen)

Etwas Neues gibt es auch aus dem Hause Narbentage Prod. zu vermelden. Jenes Label hat vor einiger Zeit die neue Split CD der deutschen Truppe Carn Dûm und der Ein-Mann-Kapelle Black Jade aus der Schweiz veröffentlicht. Gut, thematisch betrachtet natürlich durchaus nachvollziehbar, sind beide Horden doch Anhänger des Tolkien-Kultes. Auch mal wieder interessant, von Black Jade zu hören, glaubte ich dieses Projekt doch eher für tot. Aber nun ja, ich verfolge ja auch nicht alles, und schon gar nicht, wenn es mich nicht die Bohne interessiert...




Den Anfang machen Carn Dûm, welche die ersten fünf Lieder beisteuern, wobei es sich bei dem ersten Lied lediglich um ein instrumentales Intro handelt, in dem grob die Melodie des folgenden Liedes "Der Ruf der Ferne" akustisch dargeboten wird. Diesen kennt man nun bereits von der ersten CD, genau wie den folgenden Titel. Wirklich neu sind daher lediglich die letzten beiden Lieder, die dem Stil absolut treu bleiben, soll heißen musikalisch epischer, atmosphärischer Black Metal. Allerdings muss ich sagen, dass mir die Klargesangspassagen in "Forgotten Memories" rein gar nicht überzeugen können. Da fehlt irgendwie etwas. "Anduin der Große" weiß da deutlich besser zu gefallen, und stellt insgesamt auch einen guten Abschluss dar.

Kommen wir zu Black Jade. Seit ihrem zweiten Album "...of Forest and Fire..." habe ich die Musik nicht mehr gehört, einfach aus dem schon weiter oben genanntem Grund. Lasse ich mich also mal überraschen, was mich hier erwartet. Schließlich hat man in der Zwischenzeit vier weitere Alben und zwei Splits eingespielt. Irgend ein Wandel wird da ja wohl stattgefunden haben, oder? Nun, dass ambiente, mit einer an Stöhn-Gesang erinnernden weiblichen Stimme lässt mich zunächst schon einmal schmunzeln. Es folgt der erste wirklich Song "Dol Amroth", und ich muss sagen: gar nicht einmal so schlecht! Vor allem fallen hier die mittelalterlichen Instrumente positiv auf, welche live eingespielt wurden (Dudelsäcke, Sackpfeife etc), der Gesang ist auch gar nicht einmal so schlecht, und wirkt längst nicht mehr so monoton, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Allerdings hat das ganze mit wirklichem Black Metal fast gar nichts mehr zu tun. Das erinnert mich vielmehr an die guten alten Zeiten von Adorned Brood.

Fazit:
Carn Dûm haben mich mit ihrem Beitrag etwas enttäuscht. Zwar macht man seine Sache insgesamt gesehen solide, dennoch hätte ich mir nach der letzten CD, die ich gut - sehr gut fand, erheblich mehr erwartet und vor allem etwas mehr neue Ideen. Black Jade dagegen haben mich positiv überrascht, hatte ich die Musik doch nicht ganz so gut in Erinnerung. Tja, so wirklich aus den Stiefeln hau'n tut mich das hier jetzt zwar auch nicht, aber es ist guter Dark Medieval Metal, der hier geboten wird und garantiert für den einen oder anderen feuchtfröhlichen Abend als musikalische Untermalung herhalten darf.

6.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
Carn Dûm
01. Grauer Wanderer
02. Der Ruf der Ferne
03. Khamûl - Schatten des Ostens
04. Forgotten Memories
05. Anduin der Große
Black Jade
06. Namárie
07. Dol Amroth
08. Rise and Fall of Khazad-dûm
09. Dorthonion
10. Undulàve Iumbule
11. Path to Edhellond
12. Warden of Tol Sirion
13. Belegost

Laufzeit: ca. 75 Minuten

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