Freitag, 14. November 2014

Review: Among the Rotting Trees - The Cold, Misty Morning (Digitales Album)

Aus Polen stammt das Ein-Mann-Projekt Among the Rotting Trees. "The Cold, Misty Morning" stellt das erste Werk des Alleinunterhalters Marek dar, den einige vielleicht auch durch seine anderen Projekte (u.a. Garden of Sadness) kennen werden. Durchaus also kein allzu großer Unbekannter mehr, auch wenn ich gestehen muss, dass ich mit dieser eher depressiven Richtung seiner anderen Projekte nicht viel anfangen konnte...






Was erwaret den geneigten Hörer also bei Among the Rotting Trees? Erst einmal gute 40 Minuten Gesamtlaufzeit bei gerade einmal drei Liedern. Wenn das nichts ist. Angepriesen wird das ganze als atmosphärischer Black Metal, was zunächst ja alles bedeuten kann... von Keyboard-Grütze bishin zum echt überragenden Machwerk. Um es gleich vorweg zu nehmen: "The Cold, Misty Morning" reiht sich da mit seinem Stil im oberen Mittelfeld ein, was bei dem wirklich grottenhässlichen Cover-Artwork zumindest ein klein wenig überrascht. Denn Among the Rotting Trees verzichtet erfreulicher Weise zur Gänze auf Keyboards, sondern lässt einfach nur die Black Metal-Musik für sich stehen, und so schafft dieses Werk in seiner rein instrumentalen Darbietung genau das, was Projekte wie Sieghetnar seit der "Todessehnsucht" leider etwas aus den Augen verloren haben... wirklich atmosphärischen Black Metal zu erzeugen, ohne viel Schnickschnack drum herum. Allerdings sollte man Among the Rotting Trees jetzt trotz dieses Vergleichs nicht mit dem zweiten Album des Deutschen gleichsetzen. Der Stil orientiert sich hier eher an alte Sachen vom Schlage Burzum bis Graveland, Vergleiche zu der ersten Nargaroth-Demo "Orke" (in besserer Qualität) ist ebenfalls berechtigt.

Fazit:
Beeindruckendes Werk, und das trotz des fehlenden Gesangs! Selten hat mich ein Instrumental-Epos mehr berührt als dieses hier. Among the Rotting Trees schafft es, einen mit seiner Musik wirklich mitzureißen, die Darbietung ist fesselnd und in seiner Schlichtheit einfach nur ergreifend. So durchlaufen die drei Songs verschiedene Stadien und erzeugen beim Hörer die verschiedensten Emotionen, während sie sich durch die Tiefen der menschlichen Seele winden. Melancholie, Trauer, Depression, Verzweiflung und Misanthropie. Kälte, die Natur, Trostlosigkeit und Erhabenheit. Dieses Werk fügt diese Begriffe und Emotionszustände gekonnt zu einem Ganzen zusammen. Auf der Visagenheft-Seite der Band gibt es einen Link zum freien Download des Werkes. Lohnt sich!

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Cold
02. Mist
03. Morning

Laufzeit: ca. 40 Minuten 

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