Samstag, 6. September 2014

Review: Zorn - Gegen alles (CD, Christhunt Productions)

Nun kam ich also auch endlich mal in den "Genuss" des neuen Albums der Deutschen Horde Zorn. "Gegen alles" stellt das nunmehr fünfte Voll-Album der Truppe dar, und stellt mal wieder einen Wendepunkt im Schaffen der Mannen dar. So unterschieden sich die einzelnen Darbietungen bisher teils erheblich von einander - gerade was die Qualität der Musik angeht. Eines haben jedoch alle Veröffentlichungen Zorn's gemeinsam: sie sind dreckiger, schneller Black Metal der alten Schule mit deutschen Texten.





Besagte Texte möchte ich dann auch mal direkt hier ansprechen - die bewegen sich nämlich auf typischem Niveau für die Band: ein wenig vulgäre Sprache, Misanthropie, Krieg, Tod und - vor allem - Zorn. Aber immer provokant. Feindbild: Mensch! Dies stellt nun auch das erste vollwertige Werk dar, welches komplett mit dem neuen Sänger Roderick eingespielt wurde. Neben Sabnock am Gesang und am Schlagzeug hat sich allerdings auch noch der Herr A. Blackwar verabschiedet. Naja, Isegrim und Mystic Circle konnte ich eh nie leiden, geschweige denn ernst nehmen - auch wenn Blackwar inzwischen nicht mehr in beiden Bands aktiv ist, habe ich den Namen doch immer mit besagten Bands in Verbindung gebracht.

Wie dem auch sei... zurück zur vorliegenden CD. Man kann schon sagen, dass es sich hier um ein typisches Zorn-Album handelt, und doch eigentlich wieder nicht. Gerade auch durch den neuen Gesang erhält die Musik der Band, die hier im übrigen keinen Deut von ihrem ursprünglichen Stil abweichen, deutlich andere Fascetten. Das kann man nun halten wie man will... man kann es mögen, oder halt nicht. An die unglaublich nihilistische Atmosphäre eines "Schwarz Metall" oder dem durchweg nordisch-militanten Oldschool Black Metal ala "Menschenfeind" kommt "Gegen alles" zwar nicht heran, hat jedoch deutlich mehr zu bieten als das unsagbar schlechte Album "Todesschwadron" (der bisherige Tiefpunkt der Band in meinen Augen) und ist gesangstechnisch auch wieder besser, weil ursprünglicher als das letzte Album "Menschenfeind II - Antichristliches Naturerbe". Gleich der erste titelgebende Song weiss zu gefallen. Brachial, dreckig und hasserfüllt. Genau so muss es sein. Leider lässt das Album zur Mitte hin etwas nach, der letzte Teil von "Manch geisterhafte Kreaturen" entschädigt da jedoch wieder für einiges und mit "Deathfuck" schaffen es Zorn auch wieder einen Gang zuzulegen. Gerade der letzte Teil des Liedes, in dem die eigentliche Musik abrupt endet und dann ein kurzer instrumentaler Outro-Part folgt ist geradezu theatralisch in Szene gesetzt und verfehlt seine Wirkung nicht. Wofür die Abkürzung des nächsten Titels steht, kann man als aufmerksamer Zuhörer aus dem Text heraushören. "Zorn & Zerstörung V" stellt dann zu guter Letzt noch den fünften Teil der "Zorn"-Reihe dar, welche bisher mit jedem Album fortgeführt wurde.

Fazit:
Anders, aber nicht unbedingt schlechter. Im direkten Vergleich zu den letzten beiden Werken sogar um einiges besser bzw. intensiver. Zorn besitzen halt nicht sehr viel Atmosphäre, für jemanden, der auf der Suche nach solcher Musik ist, ist Zorn auch definitiv die falsche Anlaufstelle. Hier wird militant geknüppelt und Hass propagiert. Das ist zwar nichts wirklich neues, hat musikalisch betrachtet aber eine weitaus größere Langlebigkeit als die gerade erwähnten letzten beiden Voll-Alben zusammen. Das Niveau des sehr guten Debüts oder der zweiten Platte werden jedoch nicht erreicht. Und Zorn's Split-Beitrag "Es zittern die morschen Knochen..." bleibt für mich immer noch das beste Stück, was sie jemals veröffentlicht haben.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Gegen alles
02. In der Dunkelheit
03. Verbrannte Erde
04. Manch geisterhafte Kreaturen
05. Madenwerk
06. Deathfuck
07. V.c.H.u.j.B.
08. Zorn & Zerstörung V

Laufzeit: ca. 38 Minuten 

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